WM-Trainer und der Sex
Nur gucken, aber nicht anfassen

Fußballtrainer bei der Weltmeisterschaft befürchten Sex-Verletzungen. So verbietet ein Coach Bettakrobatik, ein anderer predigt seinen Spielern Enthaltsamkeit. Was Wissenschaftler davon halten.
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MünchenBislang drehte sich die WM-Taktik der Nationaltrainer um Fragen zur falschen oder richtigen Neun – doch vor dem ersten Anstoß bei der Fußball-Weltmeisterschaft am Donnerstag kommender Woche geht es nun auch um falschen oder richtigen Sex.

Die Schönheiten im Gastgeberland Brasilien anschauen ist erlaubt, anfassen aber nicht, gab Mexikos Trainer Miguel Herrera jüngst als Parole aus. Sportwissenschaftler belächeln den Mythos der vom Verkehr weich werdenden Waden – doch vor jedem Turnier bricht die Debatte neu auf.

Vor Mexikos Nationaltrainer äußerte sich auch schon der Trainer von Gastgeber Brasilien, Luiz Felipe Scolari, zum Thema Sex. Normalen Sex erlaubt er Neymar und Co. - Bettakrobatik sei allerdings verboten. Costa Ricas Coach gestattet seinen Spielern während des Turniers Sex in Maßen.

Und der Trainer des als Geheimfavorit geltenden Belgien, Marc Wilmots, will die zweite große Spielwiese als Belohnung einsetzen. Erst wenn sie das Halbfinale erreicht haben, lässt Wilmots Ehefrauen und Freundinnen zu seinen Spielern. Fußball-Legende Oleg Blochin wollte seine ukrainische Mannschaft 2006 mit demselben Versprechen heiß machen – doch mit einem 0:3 gegen Italien erschlafften die Männerträume im Viertelfinale.

Der Mexikaner Herrera sagte nun, er könne seinen Spielern zwar nichts verbieten – „aber ich denke nur an Fußball und hoffe, dass die Jungs das Gleiche tun, denn es ist noch niemand an 40 Tagen Enthaltsamkeit gestorben“. Für Ingo Froböse, Professor an der Sporthochschule Köln, ein antiquiertes Denken. „Ich halte diese 40 Tage Enthaltsamkeit für unnötig und auch echt Quatsch.“

Froböse zufolge sollten Spieler sich schlicht wohlfühlen. Sex sei nun einmal wichtig – und es sei für den Körper wichtig, dass „Harmonie aller Funktionen vorherrscht“. Selbst gegen Sex am Abend vor einem Spiel spreche „überhaupt nichts“. Bundestrainer Jogi Löw ließ die Frauen im Südtiroler Trainingslager zwar außen vor. Nach Brasilien sollen sie aber kommen dürfen - wie eng der Kontakt sein wird, ist noch nicht bekannt.

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