WM-Vorbereitungsspiel in Dortmund
Ende gut – aber nicht alles gut

Wiedergutmachung hieß der Auftrag. Doch den haben die Spieler der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Mittwochabend in Dortmund gegen die Elf der USA nur auf dem Papier erfüllt.

DORTMUND. Die Mannschaft von Bundestrainer Jürgen Klinsmann gewann zwar 4:1 gegen das ersatzgeschwächte Team von Bruce Arena durch Tore von Sebastian Schweinsteiger (46. Minute), Oliver Neuville (73.), Miroslav Klose (75.) und Michael Ballack (78.). Doch das Team bot mehr als eine Stunde lang fußballerische Magerkost.

Statt sich mit einer richtig anständigen Leistung mit dem Publikum in Dortmund zu versöhnen - der unrühmliche Rauswurf von Christian Wörns steckt noch in den Köpfen der Fans - geriet das Spiel gegen die zweite Reihe der US-Auswahl in der ersten Halbzeit zu einem sportlichen Offenbarungseid. Nicht einmal 20 Minuten hielt das Engagement und die leichte Überlegenheit der Elf von Bundestrainer Klinsmann. Dann hatten - man muss es so deutlich sagen - die Amerikaner das Spiel im Griff.

Die US-Spieler kämpften und zeigten einige gute Ansätze, waren aber nicht wirklich brandgefährlich. Die guten Ansätze hatte die deutsche Elf in den ersten Minuten auch und erarbeitete sich damit zwei gute Chancen: Michael Ballack eroberte den Ball am Strafraum und spielte Miroslav Klose herrlich in den Lauf. Dessen Pass schoss Lukas Podolski knapp am Tor vorbei (12.). Eine Minute später spielte Sebastian Kehl mit einem Seitenwechsel Arne Friedrich frei, der die rechte Seite Außenbahn hochmarschierte. Seine Flanke köpfte Ballack knapp am Tor vorbei.

Doch das war sie, die Herrlichkeit. Das Spiel glitt der deutschen Elf zunehmend aus den Händen. Nach einer knappen halben Stunde gab es die ersten Pfiffe von den 65 400 Zuschauern, ein paar Minuten später brüllte das ganze Stadion: "Wir wollen Euch kämpfen sehen!". Zurecht. Denn man hatte nicht das Gefühl, dass die Elf von Klinsmann mit aller Macht dieses Spiel gewinnen wollte.

Ein Spiel gegen ein Team, dass nominell zwar Nummer 5 der Weltrangliste ist, aber auf sechs Stammspieler verzichten musste: Donovan, Beasley, Reyna, McBridge, Lewis und Onyewu fehlten, weil sie verletzt sind oder von ihren Clubs in Europa keine Freigabe erhielten. Auf den Rängen kam die bange Frage auf: Sind wir vielleicht wirklich nicht gut genug, um gegen solch ein Team einen klaren Sieg herauszuspielen?

Symptomatisch für das schwache Spiel der Deutschen waren die eklatanten und ungewohnten Fehler von Innenverteidiger Per Mertesacker, der den Ball verstolperte, dem Gegenspieler auflegte oder Fehlpässe spielte, und von Rückkehrer Kehl, dem kaum etwas gelang. Das Dortmunder Publikum pfiff sogar ihn, einen Jung ihrer eigenen Mannschaft, gnadenlos aus. Das war auch die Quittung der Fans für das gesamte Team zur Pause: Ein gellendes Pfeifkonzert.

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