Wörns: „Teufel nicht an Wand malen“
BVB-Tristesse im Niemandsland

dpa DORTMUND. Die Pfiffe der Zuschauer werden lauter, die Erklärungsversuche der Profis dürftiger. Bei Borussia Dortmund sorgt die wachsende Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit für gereizte Stimmung.

Vor allem die armselige Heimbilanz mit nur einem Sieg in fünf Spielen bringt Trainer Bert van Marwijk in immer größere Nöte. Noch hält Christian Wörns die nahe liegenden Sorgen der Fans vor einem Absturz in gefährliche Tabellenregionen für abwegig. „Wir wollen den Teufel nicht an die Wand malen. So weit sind wir noch nicht“, sagte der Kapitän nach dem 0:0 gegen Alemannia Aachen.

Dabei hat das einst gefürchtete Dortmunder WM-Stadion für die Gegner längst seinen Schrecken verloren. Gegen Mainz (1:1), Hannover (2:2) Bielefeld (1:1) und Aachen musste sich der BVB mit einem Unentschieden begnügen, in der 2. Runde des DFB-Pokals den Knockout gegen Hannover (0:1) hinnehmen. Nur sechs Tore in sechs Heimspielen standen zuletzt 1990/91 zu Buche. Gleichwohl liebäugeln die BVB- Profis noch immer mit einem Uefa-Cup-Platz - ganz so, als hätten sie den Blick für die Realität längst verloren. Angreifer Alexander Frei gewann der Nullnummer gegen die zuletzt wenig sattelfeste Alemannia noch positive Seiten ab: „Wir gewinnen die Spiele nicht, wir verlieren sie aber auch nicht. Das ist ein gutes Zeichen.“

Ausgerechnet im Spiel bei Spitzenreiter Werder Bremen will die Borussia Boden gutmachen. „Die Bremer spielen Fußball und stellen sich nicht so hinten rein. Dann haben wir mehr Platz vorne“, sagte Manndecker Wörns voller Hoffnung auf den dritten Auswärtssieg. Der könnte die Stellung von Bert van Marwijk stärken: Nach dem Treueschwur der Vereinsspitze für den niederländischen Fußball-Tainer am 26. Oktober gelang der Mannschaft noch kein Erfolg. Von einem Ende der Trainerdiskussion kann deshalb nur bedingt die Rede sein.

Nicht nur aus sportlichen Gründen werden die Dortmunder das 0:0 gegen Aachen in schlechter Erinnerung behalten. Kurz vor dem Ende der Partie wurde Schiedsrichter Wolfgang Stark (Ergolding) von einem Feuerzeug am Rücken getroffen. Nur der Verzicht des Unparteiischen auf einen Spielabbruch verhinderte einen Eklat. Gleichwohl muss der BVB mit einer Strafe rechnen. „Ich habe gespürt, wie mich ein Gegenstand traf. Als ich mich umdrehte, lag ein Feuerzeug auf dem Rasen. Das habe ich im Spielbericht festgehalten. Was nun passiert, darauf habe ich keinen Einfluss“, sagte Stark.

Anders als sein Gegenüber van Marwijk hatte Aachens Trainer Michael Frontzeck allen Grund zur Freude. Nach zuletzt drei Niederlagen mit elf Gegentoren stoppte sein Team die Talfahrt. Die von Frontzeck vorgenommene Suspendierung von Angreifer Jan Schlaudraff, der erst am Mittwoch wieder ins Training zurückkehrte, bewirkte die vom Coach erhoffte Trotzreaktion der Mannschaft. „Alle haben bis zum Anschlag gespielt“, lobte Frontzeck, „wir haben die Tendenz gestoppt. Das ist gut für die Psyche.“

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