Wolfgang Niersbach
„Der Franz ist unser Programm“

Wolfgang Niersbach: Der Organisator der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 über die Bedeutung des Turniers für unser Land, den Charme der Deutschen, die Probleme beim Kartenverkauf und die Stahlkraft von Franz Beckenbauer.

Handelsblatt: Herr Niersbach, Sie waren 1974 als junger Reporter bei der ersten Weltmeisterschaft in Deutschland dabei, nun organisieren Sie die zweite in unserem Land. Erinnern Sie sich noch an den Beginn Ihres WM-Abenteuers?

Wolfgang Niersbach: Ja, ich war damals Volontär beim Sport-Informationsdienst und bekam den Auftrag, die Brasilianer auf den ersten Stationen zu begleiten. Die waren nach einem Vorbereitungsspiel gegen den FC Basel in Deutschland angekommen. Und da bin ich dann mit Roberto Rivelino alleine im Schwarzwald spazieren gegangen. Das war ein Ding, der Volontär Niersbach mit Superstar Rivelino (Mittelfeldspieler, der bei der WM drei Tore geschossen hat, d. Red.). Das ist heute undenkbar.

Alles war einfacher. War die Vermarktung der WM denn schon so professionell wie heute?

Nein, überhaupt nicht. Damals durfte der DFB noch eigene Banden aufstellen. Da stand dann Löwensenf oder Cinzano oder Bauknecht drauf. Heute ist es bis auf den letzten Zentimeter reglementiert, was man darf und nicht darf. Da spielen der Titelschutz, das Patentrecht, der Datenschutz und Lizenzrechte eine gewichtige Rolle. Alles ist auch ein Stück komplizierter geworden.

Schreibt der Weltfußballverband Fifa heute zu viel vor?

Die Fifa gibt sehr viel vor. Aber nicht so viel, dass man in Atemnot kommt. Wir haben schon noch unsere großen Gestaltungsfreiheiten.

Und ein hohes Risiko ...

Stimmt, wenn wir Minus machen, dann können wir nicht nach Berlin rennen und um öffentliche Finanzhilfe bitten. Auch das ist ein Unterschied zur WM 1974. Damals sind Einnahmen aus der Glücksspirale in den normalen Haushalt des Organisationskomitees geflossen.

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