Yahoo will WM nutzen
Mehr Fußball im Internet als je zuvor

In der Bekanntheitsskala rangiert der Internetkonzern Yahoo unter den fünfzehn internationalen WM-Sponsoren eher im unteren Bereich. Rund um die Fußballweltmeisterschaft aber will Yahoo seinen Online-Services bekannt machen und hofft auf neue Nutzer.

MÜNCHEN. Seit genau 155 Tagen ist Sebastian Schweppe auf seiner WM-Pilgerfahrt unterwegs. "Ich glaube dran", lautet das Bekenntnis des 29-Jährigen, der hofft, dass Deutschland Fußballweltmeister wird. Und weil der Koch im Herbst seinen Job und irgendwie auch die Orientierung in seinem Leben verloren hat, machte er sich einfach auf den Weg, um zu Fuß mit nur ein paar Euro in der Tasche die Fußballstadien abzuklappern und nebenbei noch andere davon zu überzeugen: Deutschland wird Weltmeister.

Mehr als 3 000 Kilometer hat er kreuz und quer durch Deutschland bereits zurückgelegt. Die Zeiten jedoch, als er noch im Freien übernachten musste, sind vorbei. Denn inzwischen kommen die Einladungen per E-Mail, Chat oder Handy, wie die von der 16jährigen Melina aus Bremen, bei der Basti am 1. April untergekommen ist. Sie ist eine von Tausenden, die Bastis Reise Tag für Tag im Internet verfolgen.

Zu Bastis virtuellen Begleitern gehört auch Terry von Bibra, Geschäftsführer von Yahoo Deutschland. Leute wie "Basti", der seine Pilgerfahrt im Internet über Yahoo 360º seiner Fangemeinde zugänglich macht (Bastis Internetblog), sind ein Grund, warum der Internetkonzern aus dem Silicon Valley einer der fünfzehn internationalen Großsponsoren der Weltmeisterschaft ist.

Fußball ist eben der Stoff, aus dem die Träume jedes Internetstrategen sind: Er erreicht Menschen emotional, ist massenmarktfähig, und jeder Laie ist zugleich Experte. Das sind jene Zutaten, die so genannte Online-Communities möglich machen. Eine solche ist die Blogger-Gemeinschaft, die Yahoo mit dem neu entwickelten Service Yahoo 360º erreichen will. "Die WM ist eine gute Möglichkeit, ein Massenpublikum auf unsere Produkte aufmerksam zu machen", schwärmt Bibra. Und natürlich hofft der Internetkonzern darauf, dass möglichst viele der Fußballfans den Onlinediensten von Yahoo auch nach der WM treu bleiben werden.

Deshalb ist das Hauptmotiv für eine Sponsorenrolle bei der Fußball-WM für Yahoo nicht etwa die Marken-Werbung im Fernsehen im Stadion oder rund um die Austragungsorte. Und tatsächlich ist der Bekanntheitsgrad von Yahoo als Fifa-Partner nach einer Umfrage des Marktforschers Sport + Markt "eher schwach und deutlich unter dem Durchschnitt aller anderen internationalen 15 Fifa-Sponsoren", sagt Stephan Schröder, Mitglied der Geschäftsleitung von Sport+Markt. Doch mehr als um die Aufmerksamkeit als WM-Sponsor geht es Yahoo um die Präsenz in dem Teil der Weltmeisterschaft, die sich im Internet abspielt. Und dort kommt man an Yahoo tatsächlich kaum vorbei

Seite 1:

Mehr Fußball im Internet als je zuvor

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%