Zahl der Verletzten gestiegen
"Crash-Fahrer" in Berlin fordert mehrere Verletzte

Ein Autofahrer ist am Sonntagnachmittag mit ungefähr 50 Stundenkilometern in die Berliner Fanmeile gerast. Nach ersten Informationen der Polizei sollen dabei 21 Menschen überwiegend leicht verletzt worden sein.

Obwohl am Sonntag kein WM-Spiel auf dem Terminplan stand, hat sich auf der Berliner Fanmeile ein ungewöhnlicher Zwischenfall ereignet. Ein VW Polo ist am Sonntag in die Menschenmenge gerast. Der 33 Jahre alte Fahrer und seine 55 Jahre alte Beifahrerin hatten zuvor die Absperrungen durchbrochen und waren in Richtung Tribüne vor dem Brandenburger Tor gefahren. Dabei wurden 25 Menschen verletzt, darunter ein Junge schwer. Er erlitt Rippenbrüche. Zehn weitere Menschen wurden ins Krankenhaus gebracht, zehn andere ambulant behandelt.

Erste Befürchtungen, dass der Täter eine Bombe zünden wollte, bestätigten sich nicht. Im Wagen befand sich kein Sprengstoff. "Das war möglicherweise die Tat eines, der Aufmerksamkeit erregen wollte", sagte Berlins Innensenator Eberhard Körting (SPD).

Bei dem Fahrer des Wagen habe es sich um einen deutschen Staatsbürger indischer Herkunft gehandelt. In welchem Verhältnis er sich zur Frau im Wagen befand, blieb zunächst noch unklar. Beide Personen wurden am Abend weiter verhört.

"Das sah wie Absicht aus"

Polizisten hätten die beiden Fahrzeuginsassen sofort festgenommen, hieß es. Das Auto sei ungefähr 50 Stundenkilometer schnell gewesen, meinte ein Augenzeuge: "Das sah wie Absicht aus." Der Wagen war vom Eingang Ebertstraße/Ecke Behrendtstraße kommend seitlich auf das Brandenburger Tor zugefahren und vor der Bühne an einem Absperrgitter zum Stehen gekommen.

Zum Zeitpunkt des Geschehens befanden sich verhältnismäßig wenige Menschen auf der Fanmeile. Durch den lauten Knall, der beim Durchbrechen der Absperrung entstand, seien viele aufmerksam geworden und noch rechtzeitig zur Seite gesprungen, meinte der Zeuge. Unter den Verletzen, die ins Krankenhaus mussten, befanden sich ein Argentinier, ein Niederländer, ein Engländer und ein Australier.

Sicherheitskonzept wird nicht verändert

Die Polizei sperrte nach dem Vorfall das Gebiet weiträumig ab. Spezialkräfte untersuchten das Auto. Nachdem das Fahrzeug entfernt worden war, fand am Abend vor dem Brandenburger Tor wie geplant das Konzert des Deutschen Sinfonieorchesters unter Leitung von Dirigent Ingo Metzmacher statt. Damit klangt das Kunst- und Kulturprogramm der Bundesregierung zur Fußball-WM aus. Die Künstler hatten erklärt, unbedingt auftreten zu wollen.

"Es gibt keine Veranlassung, dass Sicherheitskonzept zu überdenken. Es macht keinen Sinn, künftig Volksfeste dieser Art mit Stahlbeton zu schützen. Diese Vorfälle sind auch mit absoluter Sicherheit nicht auszuschließen. Wir lassen uns nicht von einem Verrückten das Lebensgefühl aufzwingen", sagte Körting.

© SID

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