Zehn-Punkte-Plan
Fifa macht aus der Reform ein Reförmchen

Die mächtigsten Männer im Weltfußball werkeln an Reformen. Doch von den einst ausgerufenen Zielen bleibt wenig übrig. Mehr Transparenz? Mehr Demokratie? Von wegen. Die Kritik der Beobachter ist vernichtend.
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Zürich/BerlinDer ehrenhafte Zehn-Punkte-Plan für mehr Demokratie und Transparenz bei der skandalumwitterten Fifa schrumpft immer weiter zusammen – aus der großen Reform von Präsident Joseph Blatter wird bestenfalls noch ein Reförmchen. Die Kritik von Anti-Korruptionsexperten wie Transparency International ist vernichtend. „Es war zu befürchten, dass es so kommt. Der Berg kreiste und gebar ein Mäuslein. Politik, Öffentlichkeit und andere dürfen sich nicht mit einer Viertelreform zufriedengeben“, sagte Vorstandsmitglied Sylvia Schenk der Nachrichtenagentur dpa.

Spätestens nach der Sitzung der sechs Kontinentalverbände unter der Leitung von Theo Zwanziger in der Fifa-Zentrale in Zürich ist klar: Die mächtigen Männer im Weltfußball lassen sich nicht auf größere Einschnitte ihrer Befugnisse ein und weichen die von Fifa-Ethik-Experte Mark Pieth ausgearbeiteten Vorschläge immer weiter auf.

„Wir geben keine Zwischenmeldungen ab. Wir sind auf einem sehr guten Weg, die finalen Ergebnisse zu erzielen. An diesen werden wir uns messen lassen“, lautete der Schlusssatz Zwanzigers in einem am Dienstagabend auf der Fifa-Homepage veröffentlichten Interview. Der ehemalige DFB-Präsident kämpft wacker für seine Überzeugungen, wirkt aber im Machtkampf der Fußball-Alphatiere mal wie Blatters Reform-Feigenblatt und mal wie der Don Quijote der Sport-Funktionäre.

Die im Internet veröffentlichten Beschlüsse lassen vermuten, dass die beim Fifa-Kongress am 31. Mai zur Abstimmung stehenden Resultate nur ein Minimalkonsens sind, der sowohl Blatter als auch seinem potenziellen Präsidentschaftsrivalen Michel Platini gute Bedingungen für eine künftige Regentschaft ermöglichen. „Arbeitsgruppe macht weiteren Schritt im Reformprozess“, lautete die simple Überschrift der Fifa-Pressemitteilung – man fragte sich nur: in welche Richtung?

Durchgewunken wurde von den Generalsekretären und Juristen der sechs Fußball-Kontinente eine Amtszeitbeschränkung für den Fifa-Präsidenten auf zwölf statt der einst geforderten acht Jahre. Dies ist ein Erfolg für Platini, dessen Uefa sich für diesen Zeitraum ausgesprochen hatte. Gleichzeitig wurde aber jedes Alterslimit für den Fifa-Boss gekippt. Nicht mit 70 Jahren, nicht mit 72 Jahren muss künftig Schluss sein. Ein Punktsieg für Blatter - ist doch dadurch eine weitere Kandidatur im Jahr 2015 möglich. „Eine Altersgrenze wird allgemein als diskriminierend empfunden und daher abgelehnt“, sagte Zwanziger.

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