Fußball
Zidane und Ronaldo vor dem Comeback

Neben 15 WM-Qualifikationsspielen stehen heute zwei Länderspiele auf dem Programm, die für großes Interesse sorgen. Der Franzose Zinedine Zidane sowie der Brasilianer Ronaldo feiern ihr Comeback im Nationaldress.

Am Mittwoch geht die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2006 in die entscheidende Phase. Doch abseits der 15 bevorstehenden Partien dürften besonders zwei andere Länderspiele in Europa die Massen an die TV-Geräte locken. Zehn Monate vor dem WM-Eröffnungsspiel in München geben in Zinedine Zidane und Ronaldo zwei ehemalige "Welt-Fußballer des Jahres" ihr Comeback in ihren Nationalteams und lösen bei Mitspielern, Fans und Medien wahre Begeisterungsstürme aus.

"Eine großartige Nachricht", jubelt Frankreichs Star-Stürmer Thierry Henry über die Rückkehr Zidanes: "Er ist unser Retter in der Not." Teamkollege Jean-Alain Boumsong spricht vom "Elektroschock, der uns hilft", und Ouest France, die größte Regionalzeitung des Landes, deutet die "Zizou, Zizou"-Sprechchöre der Fans beim Training als "Rufe der Hoffnung".

Zidane entschloss sich zum Comeback, nachdem ihm sein Bruder geraten hatte, die in der Qualifikationsgruppe vier hinter Irland, der Schweiz und Israel auf Rang vier darbenden "Blauen" zu retten. Der "verlorene Sohn" brachte in Lilian Thuram (33) und Claude Makelele (32) zwei weitere "alte Haudegen" mit und wird seine "Equipe Tricolore" in Montpellier gegen die Elfenbeinküste als Kapitän auf den Platz führen.

Henry: "Es ist schön, sie wieder zwischen uns zu haben"

Das Trio soll spätestens beim vorentscheidenden Quali-Spiel am 7. September in Irland wieder integriert sein. "Es ist schön, sie wieder zwischen uns zu haben. Mit Zidane, Makelele und Thuram steigen unsere Chancen enorm, in Irland zu gewinnen", ist sich Henry bereits jetzt sicher. Und Trainer Raymond Domenech bekennt: "Ich bin äußerst zufrieden über die Rückkehr der drei."

Etwas kritischer klingt indes Brasiliens Trainer Carlos Alberto Parreira, wenn er über den beim Konföderationen-Pokal und den beiden letzten WM-Qualifikationsspielen noch auf eigenen Wunsch geschonten Ronaldo spricht. "Ich habe gehört, dass er hart trainiert hat und schon viel dünner geworden ist. Ich hoffe, er ist motiviert und in Form, wenn er zu uns kommt", stichelte er vor dem Treffen der "Selecao" in Split, wo Gastgeber Kroatien der Gegner sein wird.

Brasilianische Fans hoffen auf Ronaldo

Die brasilianischen Fans aber erhoffen sich von "Il Fenomeno", dem "Phänomen", eine ähnlich positive Wirkung, wie die französischen von Zidane. Spielmacher Ronaldinho ist am 4. September gegen Chile gesperrt, umso mehr kommt es dann auf den Torjäger von Real Madrid an.

In Lucio und Ze Roberto vom deutschen Meister Bayern München sowie Juan von Bayer Leverkusen stehen drei "Deutsche" in Parreiras Aufgebot. Insgesamt gingen 75 Bundesliga-"Legionäre" auf Reisen. Bei vier von sechs WM-Qualifikationsspielen in Europa sind ingesamt acht Kicker aus der Eliteklasse am Start. Prominentester Akteur ist dabei der amtierende Bundesliga-Torschützenkönig Marek Mintal vom 1. Nürnberg, der mit der Slowakei in Liechtenstein antritt.

In Asien trifft beim Duell der bereits qualifizierten Teams aus Japan und Iran Naohiro Takahara auf seinen Vereinskollegen Mehdi Mahdavikia vom Hamburger SV und den Lauterer Ferydoon Zandi. Bayern Münchens neuer iranischer Star Ali Karimi dagegen darf sich nach dem strapaziösen Bundesliga-Start schonen. In Afrika und Nordamerika ist die Bundesliga ebenfalls mit Spielern vertreten.

Für die beiden deutschen Trainer Otto Rehhagel und Lothar Matthäus geht es zwar nicht um Punkte. Die Spiele mit Europameister Griechenland in Belgien bzw. Ungarn gegen Argentinien sind jedoch wichtige Tests auf dem Weg nach Deutschland. Das gilt auch für die "großen" Fußball-Nationen England, das in Dänemark antritt, und Italien, das nach Irland reist.

© SID

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