Zidane wird zur tragischen Figur
Italien zum vierten Mal Weltmeister

Mitten im größten Skandal seiner Fußball-Geschichte hat Italien nach einem 5:3-Sieg im Elfmeterschießen den vierten WM-Titel nach 1934, 1938 und 1982 gewonnen. Frankreichs Superstar Zidane erlebte derweil das bittere Ende seiner Karriere. "Zizou" sah im 108. und letzten Länderspiel seiner Karriere in der 110. Minute nach einem Kopfstoß gegen Marco Materazzi die Rote Karte. Zidane selbst hatte die Equipe Tricolore in Führung gebracht, Materazzi für den Ausgleich gesorgt.

BERLIN. Sie respektierten und sie fürchteten sich. Zwei große Mannschaften standen sich vor 69 000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion gegenüber. Zwei, die sich gut kennen. Zuletzt hatten Frankreich und Italien im Finale der Europameisterschaft 2000 gegeneinander gespielt. Allein bei den Franzosen standen sechs der damaligen Spieler auf dem Platz. Doch die Geschichte sollte sich nicht wiederholen.

Die Italiener waren es, die ungeachtet des schwelenden Fußball-Skandals in ihrem Land, in dem am Montag die Urteile gesprochen werden sollen, am Ende im Elfmeterschießen die Nase vorn hatten und Weltmeister wurden. Nach einem Spiel, das viele Minuten lang fest im Griff der Furcht vor der Finalniederlage war.

Dabei sollte es doch eigentlich das große Abschiedsspiel für den französischen Altweltmeister werden. Der 34-Jährige hängt nach der WM seine Fußballschuhe an den Nagel. Und es waren nicht einmal zehn Minuten gespielt, da sah es schon so aus, dass Zizou, wie ihn die Franzosen liebevoll nennen, einen ganz großen Abschied feiern würde.

Florent Malouda (Lyon) war im Strafraum vom italienischen Kapitän Fabio Cannavaro (Juventus Turin) bedrängt und von Marco Materazzi (Inter Mailand) zu Fall gebracht wurde. Schiedsrichter Horacio Elizondo aus Argentinien entschied auf Elfmeter. Es trat an: Zizou.

Der frühere Spieler von Real Madrid verlud Torwart Gianluigi Buffon (Juventus). Der Ball sprang an die Unterkante der Latte, ins Tor, wieder an die Latte und vor die Linie. Die italienisches Zuschauer heulten auf, die französischen jubelten. Elizondo entschied zu Recht auf Tor. Nach sieben Minuten stand es 1:0 für Frankreich.

Ein wundervoller Start für ein WM-Finale. So hätte es weiter gehen können. Ging es in der ersten Halbzeit auch, aber nur eine gute Viertelstunde. In der hätte Materazzi beinahe auch noch das 0:2 aus italienischer Sicht verschuldet, als er einen Schuss von Frank Ribery (Marseille) abfälschte. Der Ball flog knapp am rechten Pfosten vorbei. Doch eben dieser Materazzi war es, der schließlich das 1:1 besorgte. Nach einer Ecke, getreten von Andrea Pirlo (AC Milan), köpfte der 1,94 Meter große Innenverteidiger unhaltbar für Torwart Fabien Barthez ein (19.). Fehler wieder gut gemacht.

Aber es dauerte nicht lange und die Angst lähmte die Kunst. Das Spiel wurde von Minute zu Minute schlechter, dem gut gestarteten Zidane gelang kaum etwas, weil ihm die Italiener jeden Raum, jede Möglichkeit zur Entfaltung nahmen. So hatten nur noch die Italiener vor der Pause eine hervorragende Tormöglichkeit: Nach einer Ecke - wie fast alle Standards getreten von Pirlo - köpfte Toni an die Latte (35.).

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