Fußball
Ziller behielt Geld - weist Vorwürfe aber zurück

Schiedsrichter-Betreuer Wieland Ziller hat nach eigener Aussage die von Ante S. an ihn gezahlten 25 000 Euro behalten, alle Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Wett- und Manipulationsskandal aber erneut zurückgewiesen.

Im Wett- und Manipulationsskandal des deutschen Fußballs gibt es neue Erkenntnisse. Schiedsrichter-Betreuer Wieland Ziller hat nach eigener Aussage die von Ante S. an ihn gezahlten 25 000 Euro behalten, alle Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Wett- und Manipulationsskandal aber erneut zurückgewiesen. Der Dresdner bestätigte der Sächsischen Zeitung, dass er am 26. November 2004 ein entsprechend gefülltes Kuvert von Ante S. erhalten habe. Verbunden war dies mit der Aufforderung, er solle bezüglich der Partie 1. FC Kaiserslautern gegen SC Freiburg mal sehen, "ob sich etwas machen lässt".

Er müsse sich selbst vorwerfen, so Ziller, Ante S. das in einem Restaurant erhaltene Kuvert nicht sofort um die Ohren gehauen zu haben. Mit dieser moralischen Schuld müsse er leben. Strafrechtlich hält sein Anwalt Cornelius Fetsch die Sache nicht für relevant, weil der Tatbestand der Manipulation oder des Betrugs nicht gegeben sei. Ziller gehört auch nicht zu den sechs Beschuldigten, gegen die bisher Anklage erhoben wurde.

Geld von Ante S. nie zurückgefordert

Das Geld habe Ante S. nie zurückgefordert, obwohl er in seiner Aussage gegenüber der Staatsanwaltschaft einräumte, er habe den Eindruck gehabt, der damalige Referee Jürgen Jansen musste kaum eingreifen. Kaiserslautern gewann im Sinne des Kroaten mit 3:0.

Der frühere Fifa-Schiedsrichter Ziller, der sein Ehrenamt als Schiedsrichter-Betreuer bei Zweitligist Dynamo Dresden aufgeben will, informierte den Deutschen Fußball-Bund (DFB) am 13. Juni über den zuvor nicht gemeldeten Anwerbeversuch. Damit entlastete er zugleich den unter Verdacht geratenen Jansen.

Kontakt zwischen Ante S. und Ziller im Sande verlaufen

Es gebe auch keinen Fall Unterhaching, versicherte Ziller. Bei dem 1:0 der Dresdner am 21. November 2004 gegen die Spvgg hatte auch Jansen gepfiffen. Ante S. und Ziller trafen sich fünf Tage später. Wenig später sei der Kontakt im Sande verlaufen, weil er sich geweigert habe, einen direkten Draht zu Jansen herzustellen.

Nach der Anklage gegen sechs Hauptbeschuldigte im Wett- und Manipulationsskandal - Ex-Schiedsrichter Robert Hoyzer, dessen früheren Kollegen Dominik Marks, Ex-Profi Steffen Karl und die S.-Brüder Ante, Filip und Milan - ermittelt die Staatsanwaltschaft Berlin noch immer gegen mehr als 20 Personen.

© SID

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