"Zuckerbrot und Peitsche"
Meistermacher Max Merkel ist tot

Der große Zampano ist tot. Trainer-Legende Max Merkel starb am Dienstagabend im Alter von 87 Jahren nach langer Krankheit in seinem Haus in Putzbrunn bei München. Die Familie des gebürtigen Wieners, der Frau Marion und eine Tochter hinterlässt, bestätigte den Tod, der überall Betroffenheit auslöste.

HB MÜNCHEN. „Sein Tod erfüllt mich mit Trauer“, sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger am Mittwoch der dpa, „er war ein großartiger Trainer und auch ein Unterhaltungskünstler.“ Ehrenspielführer Uwe Seeler, der beim Urlaub in Österreich von der Nachricht überrascht wurde, bezeichnete Merkel als „tollen Trainer, wirklich netten Menschen und Spaßvogel, der bis ins hohe Alter immer einen Spruch auf den Lippen hatte.“

Bei Münchner Wegefährten hinterließ Merkels Tod Trauer. „Ein Stück meines Fußballerlebens ist weggebrochen“, sagte Fredi Heiß, der unter Merkel 1966 mit dem TSV 1860 München deutscher Meister wurde. Auch der 1. FC Nürnberg, den Merkel zwei Jahre später zum Titel führte, trauert um den Meistermacher. „Er war ein großer Trainer. Der FCN und der Fußball in Deutschland haben ihm unendlich viel zu verdanken“, erklärte Präsident Michael A. Roth.

Wie kaum ein anderer hatte Merkel den Fußball in seiner Trainerzeit und später als zynischer, aber auch humorvoller Kritiker verkauft. Doch in den letzten zwei Jahren scheute er die Öffentlichkeit. „Er hat sich nicht mehr vor die Tür getraut“, sagten Bekannte. Zuletzt sei der Kontakt abgerissen, erzählte Paul Breitner, der wie Merkel beißende Kommentare für die „Bild“-Zeitung schreibt. „Er war unbezahlbar für dieses Geschäft und quasi der Obertrommler“, erinnerte sich der ehemalige Kapitän des FC Bayern München.

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