Zürich und die Fifa
Eine ungewöhnliche Liebesaffäre

Die Weltfußballorganisation Fifa hat ihren Sitz seit Jahrzehnten in Zürich. Verbandsboss Joseph Blatter preist die Stadt als das "Mekka des Fußballs" und auch die Schweizer Finanzmetropole tut einiges, damit dies auch so bleibt.

ZÜRICH. Von der Party schwärmt Zürich noch heute: Auf dem Sechseläutenplatz am Zürichsee, dort, wo die Zünfte alljährlich das Sommerhalbjahr zu Pferde und mit einem Feuerwerk beginnen, hat Sepp Blatters Lieblingskoch Jacky Donatz ein Zelt von enormen Ausmaßen errichten lassen. An dessen Leinwandhimmel erstahlte eine sternenklare Nacht. Ringsherum standen vier Küchenzelte. Metzgermeister Pietro Peduzzi hatte 75 Kälber geschlachtet, die zu 300 Kilo Kalbsrückensteak verarbeitet, mit Artischocken und an Mandel-Brokkoli serviert wurden.

Mehr als 1 300 geladene Gäste feierten an diesem kalten Dezemberabend des Jahres 2004 den 100. Geburtstag der Fifa. Und Zürich hatte die Ehre, die Großen der Fußballwelt zu empfangen und die Bühne für diese Gala, für die Sause aller Sausen, zur Verfügung zu stellen.

Die "Federation Internationale de Football Association" hat ihren Sitz seit 1932 in Zürich. Die Schweiz sei zentral in Europa gelegen, gut mit dem Zug erreichbar und politisch neutral, "was hervorragend zur Philosophie der Fifa passt", heißt es im Jubiläumsbuch des Verbands. Was dort nicht steht, aber mindestens ebenso wichtig ist: Die Eidgenossen sind diskret und lassen Organisationen gewähren, solange es nicht auffällt. Zürich ist auch sonst zu allerhand bereit. Schließlich weiß die Stadt, was sie an ihrer Fifa und deren Schweizer Chef Joseph Blatter hat - jede Menge Imagewerbung. Wenn beispielsweise bei der alljährlichen Fifa-Gala für die Wahl des Fußballers des Jahres die internationalen TV-Sender für einige Sekunden auch Zürich zeigen. Wenn der Verbandsboss die Stadt als das "Mekka des Fußballs" preist, vergleichbar mit dem, was der Vatikan für Katholiken darstelle. Wenn die Fifa von einer "Liebesaffäre" spricht, die sie zu dieser Stadt unterhalte.

Diese beschreibt ihre Beziehung zum Fußballverband nicht ganz so frivol, aber nicht weniger herzlich: Die Stadt sei "glücklich und ein wenig stolz, den mächtigsten und größten Sportverband der Welt" zu beherbergen, erklärte Zürichs Stadtpräsident Elmar Ledergerber.

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