Zufriedenheit nach WM-Auslosung
Klinsmann startet Detail-Planung

Angstgegner Niederlande vermieden, dafür mit Costa Rica, Polen und Ecuador zumindest auf dem Papier relativ leichte Gegner - nach der Gruppenauslosung für die Fußball-WM 2006 herrschte bei den deutschen Verantwortlichen Zufriedenheit und Zuversicht. Direkt im Anschluss begann Jürgen Klinsmann mit der Detailplanung.

HB LEIPZIG. "Wir sind sehr zufrieden mit der Auslosung", sagte Bundestrainer Jürgen Klinsmann. "Jetzt geht es an die Arbeit." Noch in Leipzig besprach der Bundestrainer am Freitagabend mit seinem Assistenten Joachim Löw die nächsten Schritte. Für den Samstagabend setzte er eine Besprechung seines WM-Stabes in Frankfurt an. "Wir werden alles genau unter die Lupe nehmen", kündigte Klinsmann an. Viel Arbeit kommt ab sofort auf Chef-Scout Urs Siegenthaler zu.

Allerdings warnte Klinsmann ebenso wie Oliver Bierhoff und Franz Beckenbauer davor, die Gegner zu unterschätzen. Der ehemalige holländische Weltklasse-Spieler Johan Cruyff bescherte dem deutschen Team mit Ecuador einen Gegner, den selbst der viel gereiste Präsident des Organisationskomitees, Franz Beckenbauer, nicht so recht einordnen konnte: "Ecuador ist eine unbekannte Größe, aber sie sind immerhin Dritter in der Südamerika-Gruppe geworden", erklärte Beckenbauer.

Auch die Polen gelten nicht unbedingt als Favorit, auch wenn sie sich in einer Gruppe zusammen mit England qualifizieren konnten. Und über Costa Rica, den Gegner des deutschen Teams im Eröffnungsspiel am 9. Juni in München, bemerkte Beckenbauer generös: "Costa Rica ist der Gewinner des Abends." Schließlich gebe es nicht oft die Möglichkeit, im Eröffnungsspiel einer WM anzutreten.

"Wir werden alles genau unter die Lupe nehmen", kündigte der Jürgen Klinsmann an. "Costa Rica habe ich schon drei Mal gesehen. Weil ich mir die Spiele in Nord- und Mittelamerika genauestens angesehen habe", berichtete der Wahl-Amerikaner und konnte ein vielsagendes Lächeln nicht unterdrücken. Sein Wohnort Kalifornien, von Kritikern seit seinem Amtsantritt im Juli 2004 immer wieder als Argument gegen Klinsmann vorgeholt, erweist sich plötzlich als Vorteil.

Ein Schützenfest im Eröffnungsspiel gegen Costa Rica sei jedoch "in keinster Weise" zu erwarten, sagte Klinsmann. Allerdings werde sein Team von Anfang an versuchen, das Publikum auf seine Seite zu ziehen.

"Ich werde Costa Rica jetzt noch ein bisschen mehr unter die Lupe nehmen. Es ist ja nicht so weit für mich aus Kalifornien", sagte Klinsmann. Auch Ecuador habe er schon beobachtet und über das Team eigenes Videomaterial angefertigt. Das soll nun gemeinsam mit Beobachtungen von Siegenthaler, Löw und anderen Scouts in eine zentrale Datenbank fließen, zu der alle sportlichen Verantwortlichen des DFB Zugang haben. "Wir werden keine dieser Mannschaften in irgend einer Form unterschätzen. Wir werden sie bis ins Detail studieren", erklärte Klinsmann.

Der Teammanager der Fußball-Nationalelf, Bierhoff, dachte bereits weiter, bezeichnete Paraguay als Wunschgegner im Achtelfinale. "Wir wissen, dass es sehr schwer wird, aber wir wollen weiterhin Weltmeister werden", versicherte Bierhoff.

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