Zuschauerrekord: 2. Liga boomt

Zuschauerrekord
2. Liga boomt

Der spannende Kampf um den Aufstieg und den Klassenerhalt bringt der 2. Bundesliga einen Zuschauerrekord ein. Mehr als 2 Millionen Fans strömten in der Hinrunde in die 18 Stadien, Publikumslieblinge sind die Münchner "Löwen".

HB MÜNCHEN. Der 1. FC Köln und Eintracht Frankfurt spielen wieder eine Etage höher, doch auch ohne die früheren Kassenmagneten ist die 2. Fußball-Bundesliga so attraktiv wie nie zuvor.

Erstmals in der Geschichte der 1992 gegründeten eingleisigen Klasse strömten in der Hinrunde mehr als zwei Millionen Fans in die 18 Stadien. Der durchschnittliche Besuch (13 710 Zuschauer) ist um fast 1000 Zuschauer höher als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres und kündigt einen Rekord an: Am Saisonende dürfte die bisherige Bestmarke aus der vorigen Saison von insgesamt 4,1 Millionen Zuschauern keinen Bestand mehr haben.

„Die Fans strömen in die Stadien, weil der Kampf um den Aufstieg und den Klassenerhalt unheimlich spannend ist“, sagte Manager Jörg Schmadtke von Alemannia Aachen. Die Mannschaft vom „Tivoli“ steht beispielhaft für das völlig offene Rennen um die drei Aufstiegsplätze. Während sich die favorisierten Ex-Bundesligisten VfL Bochum, Hansa Rostock und SC Freiburg schwer taten, arbeiteten sich die Alemannen klammheimlich nach oben und starten als „Herbstmeister“ in die am kommenden Freitag beginnende Rückrunde.

Dem selbst ernannten Aufstiegskandidaten TSV 1860 München blieb in der Hinserie nur Platz fünf. Doch als Zuschauermagnet spielten die „Löwen“ in einer anderen Liga und sind hauptverantwortlich für den Besucher-Boom. 404 840 Fußballanhänger (Schnitt 44 982) kamen in die neue Allianz Arena. Aufsteiger Eintracht Braunschweig (165 800) und Bochum (162 999) folgen weit abgeschlagen als Zweiter und Dritter der Zuschauerrangliste. Sportlich wurde die „Goldgrube“ im Münchner Norden für 1860 allerdings zum Flop: Von den acht Heimspielen gingen vier verloren.

Der Gang in ein Zweitligastadion mag auch deshalb in sein, weil die Clubs und deren Trainer wieder verstärkt auf den eigenen Nachwuchs setzen. In Christian Eigler von der SpVgg Greuther Fürth führt ein 21-Jähriger mit zehn Treffern die Torschützenliste an. Aachens Jan Schlaudraff (8) als Zweiter ist nur ein Jahr älter. Den „Jugendstil“ verkörpern auch der gerade 19-jährige Freiburger Dennis Aogo oder die Jung-„Löwen“ Daniel Baier, Marcel Schäfer, Lukas Szukala und Patrick Milchraum (alle 21).

Die 2. Liga als Talentschmiede für die WM 2010 in Südafrika - in der Hinserie kamen immerhin 213 Deutsche zum Einsatz (1. Liga: 188). Ob der Rückgang an Platzverweisen ein Grund für die Popularität des zweitklassigen Fußballs ist, mag dahingestellt sein. Tatsache ist, dass das Fußballunterhaus seinen Ruf als „Klopperliga“ verloren hat. In den 152 Begegnungen der Hinrunde gab es nur 26 Platzverweise (7 Rote, 19 Gelb-Rote Karten) - so wenig wie nie in der eingleisigen zweiten Liga.

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