Fußball
Zwanziger will mehr Frauen-Fußball im TV

Der Geschäftsführende Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Theo Zwanziger, hat sich für eine stärkere TV-Präsenz der Frauen-Bundesliga ausgesprochen. Heute startet die neue Spielzeit.

Die deutschen Fußballerinnen wollen 56 Tage nach dem Gewinn der Europameisterschaft nun auf nationaler Ebene beweisen, dass die Bundesliga keine "Wald- und Wiesen-Liga" ist. Mit der Unterstützung des Geschäftsführenden DFB-Präsidenten Theo Zwanziger, der sich nicht erst bei der EM in England als Edelfan outete, soll endlich die Präsenz im Fernsehen erhöht werden.

"Man muss erreichen, dass unsere TV-Partner ARD und ZDF mehr Frauenfußball zeigen. Wenn ARD und ZDF nicht senden, dann müssen Sie zumindest die Übertragungsrechte für andere Sender freimachen", erklärte Zwanziger mit Blick auf die heute beginnende Saison 2005/2 006, in der in Meister 1. FFC Frankfurt und Pokalsieger Turbine Potsdam erstmals zwei deutsche Klubs im Uefa-Cup starten.

"FCR Duisburg wird ein Wörtchen mitreden wollen"

Für Spannung im Kampf um die nationale Krone dürfte gesorgt sein, denn aus dem Zweikampf zwischen den Frankfurterinnen und Potsdam ist auch nach Meinung der neuen DFB-Cheftrainerin Silvia Neid ("Ich erwarte mir mehr Zuschauer") ein Dreikampf geworden. "Ich glaube, der FCR Duisburg wird auch ein Wörtchen mitreden wollen. Sie haben eine gute junge Mannschaft", meinte Neid.

Besonders selbstbewusst wird Duisburgs Nationalstürmerin Inka Grings nach dem überraschenden Gewinn der EM-Torjägerkrone an den Start gehen. Die Frankfurterinnen indes setzen bei ihrem Traum vom Triple auf Neuzugang Sandra Smisek (FSV Frankfurt), die zusammen mit Weltfußballerin Birgit Prinz das durchschlagskräftigste Sturmduo der Liga bilden soll.

FFC Frankfurt will den Meistertitel

"Wir wünschen uns den Meistertitel und wollen im Uefa-Cup und im DFB-Pokal ins Finale kommen", umreißt FFC-Manager Siegfried Dietrich die gewohnt hohen Ziele, während Nationalspielerin Renate Lingor vor dem Start nichts von Druck wissen will: "Den gibt es nicht. Schon gar nicht von außen, weil wir ja selbst den Erfolg wollen", betonte die Welt- und Europameisterin. Potsdam setzt indes auf die Unterstützung von Edelfan Zwanziger, der Mitglied bei Turbine ist. "Zwanziger hat gesagt, wir schaffen das", verriet Potsdams Coach Bernd Schröder.

Zwanziger ("Die Frauen-Bundesliga ist eine Spielklasse und keine Wald- und Wiesen-Liga") ist aber nicht nur für den Uefa-Cup-Sieger der Hoffnungsträger schlechthin. Bereits bei seiner Stippvisite während der EM in England im Juni machte der 60-Jährige deutlich, dass er der Bundesliga helfen wolle, attraktiver zu werden. "Der Reiz auf die Sponsoren muss steigen. Die Strahlkraft der Liga muss verbessert werden, um wirtschaftlich arbeiten zu können", fordert Zwanziger, der im Juli auch am Treffen der Bundesligisten teilgenommen hatte.

Zahl der Mädchen im DFB soll verdoppelt werden

Bereits nach dem EM-Gewinn hatte der DFB-Boss die Nationalspielerinnen in die Pflicht genommen und eine "höhere Präsenz" von ihnen in der Öffentlichkeit gefordert. Bis 2010 will Zwanziger auch mit Hilfe von sechs Leistungszentren in Deutschland die Zahl der Mädchen im DFB verdoppeln. Ab der Saison 2006/2 007 soll es für die Bundesligisten zudem ein Richtlinien-Katalog des Verbandes geben, der den Zuschauern und Medien im Stadion ein professionelleres Umfeld ermöglichen soll. Das Faustpfand der Frauen-Bundesliga heißt Zwanziger.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%