Zwei Euro im Monat
Hoeneß träumt von „GEZ-Gebühr“ für Fußball

Bayer-Manager Uli Hoeneß klagt über die geringeren TV-Einnahmen im Vergleich zur internationalen Konkurrenz - und präsentiert ein revolutionäres Einnahme-System für den Profi-Fußball.

dpa MÜNCHEN. Bayern-Manager Uli Hoeneß träumt von einem revolutionären Einnahme-System in Art einer GEZ-Gebühr für den Profi-Fußball. „Meine große Hoffnung ist, dass die Leute irgendwann bereit sind, zwei Euro im Monat für Fußball zu bezahlen“, sagte Hoeneß in einem Interview der „Wirtschaftswoche“. „Das ist nicht mal eine halbe Schachtel Zigaretten oder ein kleines Bier in der Kneipe.“

Nach Wunsch des Münchner Machers kommen in diesem Fall von den 37 Mio. TV-Haushalten dann „im Monat rund 75 Mio. Euro, im Jahr gut 900 Millionen“ zusammen: „Damit kämen wir den 1,2 Mrd. Euro in England und den 1,1 Mrd. in Italien sehr nahe. Das wäre mal was, das wäre dreimal so viel wie die erste und die zweite Liga derzeit pro Saison bekommen.“

Die Bayern-Führung beklagt seit Jahren die geringeren TV-Einnahmen im Vergleich zur internationalen Konkurrenz, und auch deren Ausgaben- Politik wird kritisch gesehen. „Mich ärgert, dass viele unserer Gegner über ihre Verhältnisse leben. In Spanien, Italien und England sind 30 bis 40 Prozent der Vereine nach unseren Maßstäben pleite, das heißt, sie können nicht nur den Spielbetrieb aus eigenen Mitteln nicht mehr finanzieren, sondern wenn ihr Mäzen nicht mitmacht, dann können sie den Laden zusperren“, betonte Hoeneß.

Das Interview bei wiwo.de

Zukünftig droht aber auch dort ein Sparkurs, denn die Wirtschaftskrise geht auch am Fußball nicht spurlos vorbei. „Ich fürchte, dass wir im Sport erst den Anfang der Krise erleben. Warten Sie die nächste Transferperiode ab ­ also den Zeitraum, wenn die Spieler die Vereine wechseln dürfen. Ab 1. Juli geht es wieder los. Dann werden bei den Clubs die Jahresabschlüsse vorliegen, dann werden sich einige von Spielern trennen müssen“, sagte der Manager und rechnet mit weniger Ausgaben auf dem Transfermarkt.

„Ich bin sicher, dass in der kommenden Transferperiode im Schnitt wesentlich weniger Geld fließen wird als in den vergangenen Jahren.“ Top-Wechsel werde es immer geben, aber die Masse an „Zig-Millionen- Transfers“ werde weniger. „Deshalb gilt es für Vereine wie uns, das Pulver trocken zu halten ­ in ein, zwei Jahre werden wir Spieler bekommen können, von denen du heute nur träumst.“

Hoeneß übte in dem Interview auch Kritik an „größenwahnsinnigen Bankern“ und stellte im Zuge der Finanzkrise gesunkene Ticketpreise in Aussicht. „Wenn es wirklich schlimmer wird und die Arbeitslosigkeit extrem zunimmt, werden wir über die Eintrittspreise nachdenken und sie der jeweiligen Situation anpassen“, versprach der Manager.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%