Zweite Liga Karlsruher Krawalle gegen RB Leipzig

Ein aufgebrachter Mob dringt ins Spielerhotel ein: RB Leipzigs Sportdirektor Rangnick verurteilt das Verhalten vermeintlicher KSC-Fans entschieden. Für die Sachsen gehören Provokationen und Drohungen zum Fußballalltag.
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Im Wildparkstadion: Karlsruher Fans entzünden auf der Tribüne Feuerwerkskörper. Quelle: dpa
Fans des Karlsruher SC

Im Wildparkstadion: Karlsruher Fans entzünden auf der Tribüne Feuerwerkskörper.

(Foto: dpa)

KarlsruheFür Ralf Rangnick ist eine Rote Linie überschritten. Nach Schmähgesängen, Provokationen, Drohungen und nun auch direkten Konfrontationen fordert der Sportdirektor von RasenBallsport Leipzig harte Strafen gegen vermeintliche Fans gegnerischer Teams.

„Ich kann nur sagen, die Erfahrung in England hat gezeigt, da helfen nur ganz klare, harte Strafen. Sonst hilft da gar nichts“, erklärte Rangnick nach dem Montagsspiel der 2. Fußball-Bundesliga beim Karlsruher SC (0:0). Er betonte im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur: „Momentan überschreiten die Chaoten klare Grenzen. In 20 Jahren Profi-Fußball habe ich so etwas noch nicht erlebt.“

Aus Protest ist inzwischen Hass geworden. In Karlsruhe war es vor und nach dem Spiel nicht nur bei verbalen Angriffen gegen das sächsische Team geblieben. Angeblich „Besorgte Fußballfans aus Karlsruhe“ hatten die Anhänger der Sachsen schon im Vorfeld der Partie wegen „diverser Aktionen“ in einem Brief vor der Anreise gewarnt. Einige von ihnen waren dann offenbar vor der Partie in das Leipziger Mannschaftsquartier eingedrungen.

Von der Aufstiegseuphorie zum Lizenztheater
RB Leipzig
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Das neue Logo des Fußball-Zweitligisten RasenBallsport Leipzig (RB Leipzig). Die Schrift des Vereins ist nun unten, die gelbe Sonne ist weg. Dafür ist nun ein Fußball auf dem Logo. Nur noch die roten Bullen zeigen die Verbindung zum Sponsor Red Bull auf.
Foto: RB Leipzig/dpa

RB Leipzig - FC Saarbrücken
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Auf der Fahne rechts ist noch das alte Logo. „Dritte Liga war schön, Zeit für uns zu geh'n“, sangen Fans und Mannschaft von RasenBallsport Leipzig. Beim euphorisch bejubelten 5:1 (4:0) gegen den 1. FC Saarbrücken stand der Aufstieg in die 2. Bundesliga früh fest.

Erinnerung an Red Bull
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Das alte Logo von RB Leipzig erinnerte zu stark an den Sponsor Red Bull, monierte die Deutsche Fußballliga (DFL). Hier zum Vergleich eine Red-Bull-Werbebande am Spielfeldrand.

Leipzig auf Facebook
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Der Auftritt auf Facebook im Jahr 2014: Der Hintergrund blau, der Ball größer, das RB vor dem Stadtnamen statt oben drüber: Das neue Logo erinnert weniger an den Getränkehersteller als vorher.

Foto: Screenshot/Facebook

Red Bull Cola
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Zwei Dosen Red Bull Cola. Um dieses Getränk geht es vor allem beim Sponsoring von Red Bull.

Dietrich Mateschitz
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Mateschitz hat die Getränkefirma Red Bull gegründet. Er finanziert den Fußballverein RB Leipzig. „Er ist in erster Linie Fan, jemand der mitfiebert und auch mitleidet, wenn mal etwas nicht so läuft“, sagt Sportdirektor Ralf Rangnick über Mateschitz.

Nach dem Aufstieg
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Die Mannschaft um den sichtlich gelösten Trainer Alexander Zorniger genoss den Trubel. Auch der Spitzname „Die roten Bullen“ auf den T-Shirts deutet auf die Verbindung zum Sponsor.

„Mir wurde geschildert, dass da rund 20, wenn auch nicht vermummte, aber mit Kapuzen versehene Fans ins Restaurant reingekommen sind. Aus unserer Sicht war das Glück, dass die Spieler noch nicht im Essensraum, sondern noch auf ihren Zimmern gewesen sind. So etwas geht gar nicht“, sagte Rangnick.

Nach dem Spiel hinderten der Polizei zufolge rund 200 Anhänger der Badener Rangnick sogar am Verlassen des Wildparkstadions. Vertreter des KSC und das Sicherheitspersonal hätten den aufgebrachten Mob jedoch beruhigen können, gegen vier Fans seien Platzverbote ausgesprochen worden. „Ich lasse mich davon aber nicht einschüchtern“, sagte der 56-Jährige.

Während der gesamten Partie musste Rangnicks Team Hohn und Spott aus dem Fanblock der Badener einstecken. Von der Partie des „Wahren Fußballs gegen die Ware Fußball“ war da unter anderem auf Bannern die Rede. Dabei wurde auf die Stadionordnung hingewiesen, die „Dosen und ätzende Flüssigkeiten“ verbiete.

RB Leipzig stößt aufgrund seiner Vereinsstrukturen und der fehlenden Tradition bei vielen Fußball-Anhängern auf Ablehnung. Nach Fan-Protesten hatten etwa in der jüngeren Vergangenheit einige Clubs, unter anderen auch Bundesligist VfB Stuttgart, bereits terminierte Testspiele mit dem Zweitliga-Aufsteiger wieder abgesagt.

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