„Zweitgrößte Extravaganz des Weltfußballs“
1992 und 1995: Wie alles begann

Genau genommen weiß keiner so recht, wer sich für einen Fußballwettbewerb den Namen Konföderationen Pokal ausgedacht hat. Eine Konföderation bezeichnet eigentlich einen Staatenbund. Fragt sich nur, was das für ein Staatenbund sein soll. Konföderierter kann übersetzt auch Mitschuldiger heißen. Mitschuld an diesem bis heute sportlich umstrittenen Festival der Meister hat zweifelsohne die Fifa selbst.

BERLIN. Chronisch klamm soll der Weltfußballverband gewesen sein damals, Anfang der neunziger Jahre. Auf der Suche nach zusätzlichen Einnahmequellen entsann sich der damalige Fifa-Präsident Joao Havelange des saudischen Prinzen und Sultans Ibn Fahd, den er sich schon länger als eines der nächsten Exekutivmitglieder des Weltfußballverbands ausgeguckt hatte. Havelange kam dem Sultan mit der Idee, dass sich doch die kontinentalen Meister in des Prinzen Heimat zum Turnier treffen könnten. Den Fifa-Posten in Aussicht, ließ der Sportsfreund, Prinz und Sultan in Riad für 300 Millionen Pfund eine Betonschüssel für 70 000 Zuschauer aus dem Wüstenboden stampfen. Und Havelange hatte seinen Erdteil-Pokal, der damals passenderweise noch Inter-Kontinental-Cup hieß. Die Trophäe selbst benannte der Prinz wie das neue Stadion nach seinem Vater "König Fahd".

Ob der Confed Cup um die König-Fahd-Trophäe nun "die zweitgrößte Extravaganz des Fußballs nach den Weltmeisterschaften" ist - diese Art von Vision hatte damals zumindest Turnierdirektor Abdullah al-Adel -, darf aus heutiger Sicht getrost bezweifelt werden. Zumindest hat die Sportwelt 1992 nicht unbedingt den Atem angehalten, als die Fußballgroßmächte USA, Saudi-Arabien und die Elfenbeinküste gegen den Vizeweltmeister aus Argentinien antraten und natürlich unterlagen. Zuerst musste die völlig überforderte Mannschaft von der Elfenbeinküste dran glauben, sie kassierte vier Gegentore. Mit 3:1 fertigte der zweimalige Weltmeister nach Toren von Leonard Rodriguez, Claudio Caniggia und Diego Simeone anschließend den Gastgeber im Finale ab und kassierte 150 000 Dollar Preisgeld. Zuschauerschnitt: 42 375. Bester Spieler des Turniers: Fernando Redondo.

Drei Jahre später - zum ersten Mal gab es zwei Gruppen - waren neben Gastgeber Saudi-Arabien und den Argentiniern auch Mexiko, Dänemark, Nigeria und Japan in der Wüste am Start. Eine lustlose argentinische Mannschaft unterlag im Finale gegen die dänischen Europameister. Und das, obwohl Argentiniern mit herausragenden Spielern wie Gabriel Batistuta, Roberto Ayala, Javier Zanetti oder Ariel Ortega angetreten war. Die Dänen, die damals noch mit den Laudrup-Brüdern Michael und Brian spielten, gewannen ungefährdet mit 2:0 und kassierten ein Preisgeld von 1,5 Millionen Dollar. Zuschauerschnitt: noch magerere 13 750. Bester Spieler des Turniers: Ariel Ortega.

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