Zweitligist Hoffenheim
Planänderung im Kraichgau

Es ist außergewöhnlich, wenn ein Punktspiel der zweiten Fußball-Bundesliga zum Schaulaufen millionenschwerer Talente wird. Aber seit die TSG Hoffenheim mitmischt, ist dies keine Ausnahme mehr. Insgesamt 20 Millionen Euro investierte der Dorfklub aus Nordbaden vor seiner ersten Saison im Profifußball in fünf Neuzugänge. Ursprünglich war das aber gar nicht vorgesehen.

FREIBURG. Es ist außergewöhnlich, wenn ein Punktspiel der zweiten Fußball-Bundesliga zum Schaulaufen millionenschwerer Talente wird. Aber seit die TSG Hoffenheim mitmischt, ist dies keine Ausnahme mehr. Insgesamt 20 Millionen Euro investierte der Dorfklub aus Nordbaden vor seiner ersten Saison im Profifußball in fünf Neuzugänge, allein geschätzte acht Millionen in die Verpflichtung des brasilianischen U-20-Nationalspielers Carlos Eduardo. Noch nie sind im Fußball-Unterhaus solch kapitale Transfers getätigt worden.

Das hat Hoffenheim erwartungsgemäß mal wieder auch in Freiburg bei der knappen 2:3-Niederlage vielstimmige Schmähungen eingetragen. Mit scheelem Blick wird verfolgt, was die nicht sehr beliebten Kraichgauer treiben. Da hilft es ihnen auch nicht, mit der Bezeichnung 1899 Hoffenheim fehlende Tradition vorzugaukeln, den Ruf neureicher Emporkömmlinge bekommen sie derzeit nicht los.

Aber ist es verwerflich, was sie da in Hoffenheim treiben? Wiederholt warb Trainer Ralf Rangnick für Vorteile der außergewöhnlichen Transferpolitik seines Arbeitgebers: „Diese Spieler sind doch eine Bereicherung für den deutschen Fußball.“

Dass dies jeder so sieht, darf Rangnick nicht erwarten. Acht Millionen Euro für ein brasilianisches Talent auszugeben und ihn dann über deutsche Dörfer zu schicken, wirkt auf den ersten Blick absurd. Erst der zweite legt frei, dass das Hoffenheimer Projekt nichts weiter ist als: ein Projekt.

Eines, das wandelbar ist und sich anpasst. In letzter Zeit hat Dietmar Hopp, Mäzen und Mitbegründer des Software-Riesen SAP, die Ausrichtung des Vereins modifiziert. Er sagt nun nicht mehr: „Geld schießt keine Tore“, sondern: „Aber ohne Geld kommt man nicht nach oben.“ Hopp hat erkannt, dass sich der Traum vom Erstligafußball mit seinem Heimatverein nur mit Talenten aus der Region nicht erfüllen lässt. Deshalb ist er abgerückt von der ursprünglichen Idee eines reinen Ausbildungsvereines und schließt nun „nicht mehr aus, dass wir für unser Ziel kräftig investieren müssen.“

Dass Hoffenheim keine Kuschelecke für spleenige Fußball-Romantiker ist, sondern ein ehrgeiziges Startup-Unternehmen mit klar definierten Zielen und unbegrenzten Möglichkeiten, wurde erstmals vorigen Donnerstag deutlich sichtbar. Der Klub präsentierte nach den Transfers von Ibisevic (23), Nilsson (24) und des Nigerianers Edu (21) neben dem senegalesischen Nationalspielstürmer Demba Ba (22) in dem brasilianischen U-20-Nationalspieler Carlos Eduardo (20) die Millionentransfer vier und fünf.

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