Abtritt zum Saisonende
Schumacher hat von Formel 1 genug

Michael Schumacher wird seine beispiellose Formel-1- Laufbahn nach 16 Jahren beenden. Dabei hat er nach seiner Triumph-Fahrt von Monza allerbeste Chancen, als achtmaliger Weltmeister abzutreten. Leicht fällt dem 37-Jährigen der Abschied vom Rennzirkus allerdings nicht.

HB MONZA. Michael Schumacher kündigte mit schwerer Stimme das Ende seiner Formel-1- Karriere an. Zuvor geriet die letzte Ehrenrunde auf einem Rennkurs in Europa zur Triumphfahrt. Tausende Tifosi liefen nach dem Rennen in Monza auf die Strecke zur Siegerehrung und bejubelten ihren „Michele“. An den Geländern der Tribünen hatten die Fans Transparente gehängt. „Michael, ich bitte dich, verlasse Ferrari nicht“, bat ein Fan. „Schumi, wir werden immer an deiner Seite sein“, hieß es auf einem anderen Plakat.

Im Fahrerlager nahm ihn erst Ferrari-Chef Luca di Montezemolo in den Arm, dann lief er zu seiner Frau Corinna sowie Teamchef Jean Todt und umarmte sie mit Tränen in den Augen. Das Abspielen der deutschen und italienischen Nationalhymnen verfolgte er auf dem Siegerpodest mit ernster Miene. „Irgendwann kommt der Punkt, wo alles einmal zu Ende geht. Das wird am Ende dieses Jahres ein, so dass ich meine Karriere beenden werde“, sagte der 37 Jahre alte Rekordweltmeister nach seinem letzten Auftritt als Rennfahrer in Europa und bemühte sich gefasst zu wirken.

„Das war die schwerste Entscheidung meines Lebens.“ Er dankte allen, die ihn in seiner Karriere unterstützt haben, „besonders meinem Vater, meiner verstorbenen Mutter, meiner Frau und den Kindern“, sagte er. Sein Nachfolger bei Ferrari saß bei der obligatorischen Pressekonferenz nach dem Rennen neben ihm: Kimi Räikkönen, in Monza Zweiter, wird wie erwartet 2007 von McLaren- Mercedes zur Scuderia wechseln und erhält einen Vertrag bis 2009, Teamkollege Felipe Massa bleibt bei den Roten bis 2008.

Motivation aufzubringen immer schwieriger

„Ich habe gemerkt, dass es immer schwieriger werden kann, die Energie und die Motivation aufzubringen“, gestand der Ferrari- Chefpilot aufkommende Amtsmüdigkeit ein. Doch in den letzten drei Rennen in China, Japan und Brasilien will Schumacher noch einmal alles geben, um seine Karriere mit dem achten Titel zu krönen. „Lasst uns auf die letzten drei Rennen freuen und darauf hoffen, dass noch ein paar Siege dazukommen.“

Mit dem sechsten Saison-Erfolg verkürzte der 37 Jahre alte Ausnahme-Rennfahrer den Rückstand in der Fahrerwertung auf WM-Spitzenreiter Alonso vor den letzten drei Rennen des Jahres auf 106:108 Punkte. „Wir sind trotzdem WM-Favorit“, sagte der Spanier trotzig. Alonso war beim Großen Preis von Italien nach einer angeblichen Qualifikations-Blockade zunächst strafversetzt worden und musste einen Tag später seinen Renault kurz vor dem Ziel mit rauchendem Motor abstellen. „Das Rennen wurde am Samstag entschieden. Einige Leute werden sich über das Ergebnis freuen. Hoffentlich werden sie ruhig schlafen“, schimpfte Alonso.

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