Achter Erfolg in Frankreich
Magny-Cours: „Schumi“ triumphiert

Michael Schumacher hat den Großen Preis von Frankreich in Magny-Cours als erster Fahrer der Geschichte zum achten Mal gewonnen und mit dem vierten Saisonsieg im Formel-1-Titelrennen 2006 weiter Boden gutgemacht. Zweiter wurde Weltmeister Fernando Alonso (Spanien) im Renault vor Schumachers brasilianischem Ferrari-Teamkollegen Felipe Massa und Ralf Schumacher im Toyota. Alonso führt die WM-Wertung nach dem 11. von 18. Saisonrennen weiter an, sein Vorsprung schrumpfte von 19 auf 17 Punkte.

Während sich Schumacher über eine gelungene Generalprobe für sein "Heimspiel" in zwei Wochen in Hockenheim (30. Juli) freute, sorgen Gerüchte um Alonsos angeblich geplanten Vertragsbruch mit Mclaren-Mercedes für großen Wirbel und lenken den Spanier im Titelkampf zusätzlich ab.

Obwohl er den Atem seines Verfolgers immer stärker spürt, zeigte sich Alonso als fairer Verlierer. "Michael war das ganze Wochenende besser, er hat verdient gewonnen." Er habe alles versucht, um Massa beim Start zu überholen und sich hinter Schumacher an die zweite Stelle zu setzen. "Das habe ich leider nicht geschafft, von da an da wusste ich, dass es heute nur um Platz zwei geht." Der Spanier gestand, dass er einfach zu langsam gewesen sei: "Unter diesen Umständen haben wir wichtige Punkte im Titelrennen geholt."

Das Auto, die Reifen - alles habe an diesem Tag gestimmt, meinte dagegen Triumphator Schumacher. Dennoch habe ihn die Art und Weise des Sieges überrascht: "Dass wir hier derart dominant sein würden, ist schon ein bisschen unerwartet." Er sei vorher unsicher gewesen, ob die Bridgestone-Reifen über das komplette Rennen halten würden: "Ich muss meinem Team ein Kompliment machen, alle haben unglaublich gearbeitet."

Schumacher triumphierte vor 84 000 Zuschauern schon zum achten Mal beim Großen Preis von Frankreich und trug sich so einmal mehr in die Rekordbücher ein. Noch nie zuvor hat ein Fahrer den gleichen Grand Prix achtmal gewonnen. Der siebenmalige Weltmeister siegte mit 10,1 Sekunden Vorsprung vor Alonso. Felipe Massa (Brasilien) belegte im Glutofen Magny-Cours bei 37 Grad Celsius den dritten Platz und konnte seinem "Chef" Schumacher damit nicht wie zuletzt beim Ferrari-Doppelsieg in Indianapolis weitere Schützhilfe leisten.

"Michael ist mal wieder ein perfektes Rennen gefahren"

Ferraris "Superhirn" Ross Brawn war nach Schumachers erneutem Coup hochzufrieden mit der Taktik seines Teams. "Michael ist mal wieder ein perfektes Rennen gefahren", sagte der Chefstratege: "Unser Plan, in der Qualifikation aggressiv auf die Reifen zu setzen und sie dann im Rennen zu schonen, ist aufgegangen. Schade, dass Massa seinen zweiten Platz nicht halten konnte."

Alonso musste sich beim Heimrennen seines Arbeitgebers Renault mit Platz zwei zufrieden geben, und das an dem Wochenende, an dem die Franzosen ihren Sieg im ersten Rennen der Automobilsport-Geschichte vor 100 Jahren in Le Mans gebührend zelebrierten. Für mehr Furore sorgte Alonso abseits der Piste. Das französische Fernsehen TF1 meldete, dass der Spanier derzeit angeblich Möglichkeiten prüfen lasse, um sich aus seinem vor Saisonbeginn bei Mclaren-Mercedes unterschriebenen Vertrag für 2007 wieder rauszukaufen. "Davon weiß ich überhaupt nichts", sagte Renault-Teamchef Flavio Briatore lächelnd. Auch Mercedes-Sportchef Norbert Haug wies diese Gerüchte sofort zurück: "Das stimmt ganz und gar nicht, und dafür haben wir die verbindliche Bestätigung."

Ralf Schumacher belegte nach einer wahren Achternbahnfahrt einen guten vierten Platz. Der Finne Kimi Räikkönen blieb als Fünfter im Silberpfeil hinter den Erwartungen zurück. Der Spanier Pedro de la Rosa, der den Anfang der Woche in die USA abgewanderten Kolumbianer Juan Pablo Montoya bei Mclaren-Mercedes ersetzt, holte auf Position sieben zwei WM-Punkte. Der Mönchengladbacher Nick Heidfeld wurde für Platz acht im BMW-Sauber mit einem Zähler belohnt. Nico Rosberg (Wiesbaden) ging auf Rang 14 im Williams-Cosworth leer aus.

Massa schirmt "Schumi" ab

Schumacher behauptete beim Start seine Pole Position, dahinter wehrte Teamkollege Massa die Angriffe Alonsos geschickt ab. Dadurch hatte Schumacher zunächst Luft und konnte sein Rennen ohne Probleme einteilen. An dieser Reihenfolge änderte sich auch in den weiteren Runden nichts: An der Spitze setzte sich Schumacher immer mehr ab, dahinter machte Alonso vergeblich Jagd auf Massa.

Erst als der Brasilianer in Runde 17 seine Boxenstopp einlegte, hatte Alonso wieder freie Fahrt. Aber nur für wenige Sekunden, denn der Spanier absolvierte ebenfalls sehr früh den ersten Halt. Da auch Schumacher kurz darauf an die Box kam, lag das Trio schnell wieder zusammen. Die Führung übernahmen zwischenzeitlich Trulli und danach Ralf Schumacher, die ihre Stopps etwas hinauszögerten. "Schumi II" fiel nach einem missglückten Boxenstopp, bei dem am Toyota das linke Hinterrad klemmte, bis auf Rang sieben zurück.

Nacheinander legte das Führungs-Trio auch den zweiten Stopp ein, Schumacher lag zu diesem Zeitpunkt 13,6 Sekunden vor Massa und 24,2 vor Alonso. Das Ferrari-Trio legte noch einen dritten Halt ein, doch Schumachers Vorsprung auf Alonso war groß genug, um die Führung zu behalten. Der Spanier machte durch die Zwei-Stopp-Strategie einen Platz gut - mehr war an diesem Tag nicht drin.

© SID

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