Motorsport
Alonso braucht vier Punkte mehr als Räikkönen

Euphorie und Rechenspiele bestimmen die Stimmung in Spanien um den wahrscheinlich neuen Weltmeister Fernando Alonso nach dem Rennen in Monza. In Spa braucht der Renault-Pilot vier Punkte mehr als Kimi Räikkönen.

Ganz Spanien steht Kopf, doch Fernando Alonso bleibt gelassen und beteiligt sich nicht an den Rechenspielen. Nur um vier Punkte muss der Renault-Pilot beim Großen Preis von Belgien am Sonntag (14 Uhr/live bei Premiere und RTL) den Vorsprung auf Kimi Räikkönen noch ausbauen, um sich zum jüngsten Weltmeister der Formel-1-Geschichte zu küren. Und damit bei dann drei noch ausstehenden Rennen Michael Schumacher ausgerechnet in dessen "Wohnzimmer" endgültig ablösen.

Schon jetzt ist der 24-jährige Alonso der Stolz einer ganzen Nation. In seiner Heimat hat er eine bisher nicht gekannte Formel-1-Euphorie entfacht. Nach seinem zweiten Platz in Monza hinter Silberpfeil-Pilot Juan Pablo Montoya aus Kolumbien, der ihm im Kampf um die WM-Krone 2005 den ersten Matchball bescherte, kam es am Montag in ganz Spanien zur "Alonso-Mania".

Der Gefeierte bleibt vorsichtig

"Alonso: Hier kommt der Weltmeister", titelte die Tageszeitung Marca voller Entzückung: "Fernando, jetzt hast du es in der Hand. Am Sonntag in Spa kannst du alle schachmatt setzen." AS ging sogar noch weiter und forderte: "Es lebe die Formel 1. Fernando, stell schon mal den Champagner kalt. Wieder drei Punkte mehr, aber ein Rennen weniger." Und noch ein Rechenspiel, sollte es in Spa noch nicht klappen: Alonso würden in den restlichen vier WM-Läufen jeweils fünfte Ränge zum Titelgewinn reichen, unabhängig von Räikkönens Ergebnissen.

Nur der so Gefeierte blieb zurückhaltend und vorsichtig. Auch die Gratulation von Schumacher ("Das lässt sich Fernando nicht mehr nehmen.") ließ Alonso kalt. "Der Titel ist nicht zu hundert Prozent perfekt. Wenn ich zum Beispiel die nächsten beiden Rennen ausfalle, könnte mein Vorsprung auf nur sieben Punkte geschmolzen sein", sagte der WM-Spitzenreiter aus Oviedo und redete seinen Rivalen stark: "Kimi hat das schnellste Auto, er kann alle vier Rennen in diesem Jahr gewinnen. Es ist verdammt schwer für mich und noch lange nicht vorbei."

Gute Erinnerungen an Belgien

An Spa hat Alonso, der in dieser Saison schon sechs Grand Prix gewann, die besten Erinnerungen. "Ich habe dort in der Formel 3 000 mein erstes großes Rennen gewonnen. Ich werde alles dafür tun, um den Titel schon in Spa zu holen." Und für Renault-Teamchef Flavio Briatore steht bereits fest: "Fernando ist ein würdiger Champion. Nur noch ein kleiner Schritt, dann ist es geschafft. Das lässt er sich nicht mehr nehmen."

Laut des noch amtierenden Champions Schumacher, der nach seinem enttäuschenden zehnten Rang in Monza auch rechnerisch keine Chance mehr auf seinen achten WM-Titel hat, müsste "alles schief laufen", damit Alonso das Heft noch aus der Hand gibt. Mclaren-Teamchef Ron Dennis gibt sich keinen Illusionen hin: "Wir sind nur Außenseiter, auch wenn mathematisch noch beide Titel möglich sind." Pechvogel Räikkönen, der wegen eines Reifenschadens den möglichen Sieg in Monza verpasste und nur Position vier belegte, übte sich derweil in Durchhalteparolen: "Ich kämpfe bis zum letzten Meter, aber unter normalen Umständen habe ich es jetzt nicht mehr in der Hand."

© SID

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