Motorsport
Alonso im freien Training besser als Räikkönen

WM-Leader Fernando Alonso hat beim freien Training zum Grand Prix von Brasilien in Sao Paulo am Freitag die sechstbeste Zeit hingelegt. Sein Rivale Kimi Räikkönen düste nicht ganz so schnell um den Rundkurs.

Psychologischer Vorteil für Fernando Alonso: Der Spanier, dem beim Großen Preis von Brasilien in Sao Paulo (19.00 Uhr Mesz/live bei RTL und Premiere) ein dritter Platz reicht, um sich vorzeitig zum jüngsten Formel-1-Weltmeister zu krönen, fuhr am Freitag im freien Training im Renault in 1:12,762 Minuten die sechstbeste Zeit. WM-Konkurrent Räikkönen (Finnland) landete im Mclaren-Mercedes in 1:13,065 zwei Plätze dahinter.

Insgesamt hinterließen die Silberpfeile mit Testpilot Alexander Wurz (Österreich) in 1:11,701 und dem Kolumbianer Juan Pablo Montoya (1:12,694) auf den ersten beiden Plätzen vor Toyota-Testfahrer Ricardo Zonta (Brasilien/1:12,706) aber einen starken Eindruck.

"Schumi" in Alonsos Blickfeld

Rekord-Weltmeister Michael Schumacher (Kerpen) war im Ferrari hingegen auch auf dem Linkskurs von Interlagos von der Spitze weit entfernt und fuhr in 1:13,205 auf Rang zwölf. Bruder Ralf (1:13, 766) kam im Toyota auf Rang 16. Der Mönchengladbacher Nick Heidfeld ist in Sao Paulo wegen eines Risses im Schulterblatt nicht am Start und wird bei BMW-Williams wie schon zuletzt in Monza und Spa vom Brasilianer Antonio Pizzonia vertreten.

Für Alonso wäre der WM-Titel im Duell gegen Schumacher das Größte und sogar mehr wert, als den Brasilianer Emerson Fitipaldi als jüngsten Formel-1-Weltmeister aller Zeiten abzulösen. "Wenn es mit dem Titel klappt, zählt es für mich viel mehr, Michael im direkten Duell geschlagen zu haben", sagte der 24-Jährige: "Es wäre nicht so wie bei der Tour de France, wo Lance Armstrong abgetreten ist und jemand anderes nachkommt. Ich hätte Michael den Titel selbst abgejagd."

Schumacher konterte die Sprüche von Alonso trocken. "Ich war ja in diesem Jahr kein echter Konkurrent für ihn", sagte der entthronte Champion, der sich im Titelkampf neutral verhält: "Mir ist es egal, wer mein Nachfolger wird."

Nur noch Siege zählen

Räikkönen hat im Schlussspurt ohnehin kaum noch Hoffnung. "Für mich zählen nur noch Siege, auf alles andere habe ich keinen Einfluss", erklärte der 25-Jährige. Selbst mit einem Doppelsieg von Räikkönen und Montoya, der im Vorjahr in Interlagos noch im BMW-Williams vor dem "Iceman" gewann, können die Silberpfeile Alonsos Triumph nicht verhindern. Mercedes-Sportchef Norbert Haug zeigte sich mit dem ersten Trainingstag aber zufrieden. "Wir haben eine gute Basis für Qualifying und Rennen gelegt", meinte Haug.

Trotzdem spricht das gequälte Lächeln von Haug Bände. "Wir haben zuletzt viermal in Folge gewonnen. Wir sind derzeit das schnellste Team", sagte Haug und muss trotzdem zugeben: "In puncto Zuverlässigkeit ist nicht alles nach Plan gelaufen." In Imola sowie auf dem Nürburg- und Hockenheimring war Räikkönen wegen technischer Defekte jeweils in Führung liegend ausgeschieden - die Siege gingen alle an Alonso. In Magny-Cours, Silverstone und Monza warfen den Finnen Motorschäden im Training in der Startaufstellung zurück. Dazu kam in Malaysia ein Reifendefekt.

"Die Mclaren-Mercedes sind klar die Schnellsten, aber mit ihren Problemen und Ausfällen haben sie wohl den Fahrer-Titel weggeworfen", meinte auch Schumacher. Die letzten Fahrer-Titel hatte Räikkönens Landsmann Mika Häkkinen Mercedes 1998 und 1999 beschert - im Duell gegen Schumacher.

Bei sechs Punkten Rückstand auf Renault hat Haug aber zumindest noch die Konstrukteurs-WM als "Trostpreis" im Visier: "Dieser Titel wäre für das Team ebenfalls sehr wertvoll." Nicht nur wegen des Prestigegewinns - mit Platz eins würde der britisch-deutsche Rennstall auch rund drei Mill. Euro mehr in die Kasse einfahren.

© SID

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