Alonso im Training vorerst Siebter
Alonso vor Schumacher im Training auf Rang sieben

Für Michael Schumacher ist im freien Training zum Großen Preis von Großbritannien am Sonntag in Silverstone (13.00 Uhr Mesz/live bei Premiere und RTL) der achte Rang herausgesprungen. Der Formel-1-Rekordweltmeister benötigte für die 5,141-km-lange Runde 1:22,825 Minuten.

Die Tagesbestzeit fuhr BMW-Sauber-Testpilot Robert Kubica (Polen) in 1:21,082 vor dem österreichischen Testfahrer Alexander Wurz (1:21,946/Williams). Der in der WM-Fahrerwertung mit 21 Punkten vor Schumacher führende Titelverteidiger Fernando Alonso (1:22,603/Spanien) landete im Renault auf Platz sieben. Trotz der nicht optimalen Fahrt blieb "Schumi" optimistisch. "Es gibt keinen Grund, warum wir nicht auch hier konkurrenzfähig sein sollten. Warum ich gerutscht bin, kann ich noch nicht sagen", betonte der 37-Jährige und zog schnell von dannen.

Bereits kurz nach der zweiten Trainingssession musste der Ferrari-Star bei einem Treffen der Fahrergewerkschaft Gpda wegen seiner "Straßensperre" von Monaco Rede und Antwort stehen. Kollegen wie der Australier Mark Webber (Williams) hatten sogar eine Abwahl des Kerpeners als Gpda-Direktor nicht ausgeschlossen und eine deutliche Aussprache angekündigt. "Man kann nichts ausschließen", meinte Schumacher und setzte auf ein schnelles Ende des Tribunals. "Ich hoffe, dass es schnell geht, weil ich noch das WM-Eröffnungsspiel zwischen Deutschland und Costa Rica sehen möchte."

"Schumi" im Fußball-Fieber

Sein Bruder Ralf Schumacher (Kerpen) wurde beim ersten Kräftemessen auf dem Traditionskurs im Toyota Elfter (1:23,114). Als bester Mclaren-Mercedes-Fahrer kam Juan Pablo Montoya (Kolumbien/1:23,199) auf den 14. Rang. Nico Rosberg aus Wiesbaden landete auf Platz 18 (1:23,816/Williams) direkt vor Nick Heidfeld (Mönchengladbach/1:23,895) im BMW-Sauber.

Ablenkung vom Spießrutenlauf auf der Insel verschafft Schumacher die Vorfreude auf das Finale der Fußball-WM am 9. Juli in Berlin. "Ja, ich habe eine Karte und denke schon an dieses Endspiel", bestätigte der Hobby-Kicker, der allerdings auch ein Ticket für das Spiel um Platz drei am 8. Juli in Stuttgart besitzt.

Schumacher: "Ich denke schon, dass die deutsche Mannschaft eines dieser beiden Finals erreichen wird." Der Ferrari-Pilot und sein Sohn Mick hatten das Team von Bundestrainer Jürgen Klinsmann bei dessen Vorbereitungslehrgang in der Schweiz vor knapp drei Wochen besucht.

Derweil erhält Schumacher in punkto Monaco-Skandal ausgerechnet Unterstützung von seinem größten Rivalen Alonso. "Mich kümmert die Sache nicht mehr, um ehrlich zu sein. Als die FIA entschieden hat, Michael in die letzte Reihe zu versetzen, war das für mich abgehakt", erklärte der 24-jährige Alonso, der am Freitag auch nicht zum Fahrermeeting gehen wollte. Indirekt zeigte der jüngste Weltmeister aller Zeiten sogar ein wenig Mitleid für "Schumi". Natürlich seien bei Michaels Berühmtheit die Auswirkungen und das Echo größer als bei jedem anderen Fahrer. "Er hat vor der Sache sicher nicht daran gedacht, wie sehr er dem Sport damit schaden könnte", meinte Alonso.

Ralf Schumacher stärkt seinem Bruder den Rücken

Auch Ralf Schumacher hatte seinem Bruder vor dem schweren Gang vor das Tribunal in ungewohnt deutlicher Form den Rücken gestärkt: "Michael sagt: Es war keine Absicht. Also wird es auch so gewesen sein. Bei seinem Manöver war nichts erkennbar, irgendetwas vermuten zu können. Ich glaube nicht, dass eine Entschuldigung nötig wäre."

Für einen möglichen Putsch der Piloten gegen den Rekordweltmeister hätte Ralf Schumacher deshalb keinerlei Verständnis. "Mal sehen, ob sie es sich trauen, ihm das ins Gesicht zu sagen. Ohne Michael gäbe es keine Gpda und es gibt keinen, der das anders sähe."

Doch auch die kritischen Stimmen im Paddock, die sogar den Rücktritt von Schumacher nach der Saison fordern, verstummen nicht. "Wenn er dieses Jahr Weltmeister wird, wäre das fantastisch. Dann sollte er aufhören. Wenn er nicht Weltmeister wird, sollte er auch aufhören", empfahl Ex-Weltmeister Jackie Stewart. Derweil grassiert das Fußball-Fieber auch unter den Formel-1-Piloten. Der Italiener Vitantonio Liuzzi (Toro Rosso) zum Beispiel trat mit einem blauen "Italia"-Rennanzug sowie einem als Fußball "getarnten" Schuh an.

© SID

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