Alonso und Schumacher
Verblüffende Parallelen

„Formel Schumi“ war einmal - jetzt ist „Formula Fernando“ angesagt: Mit seinem zweiten Titeltriumph hat sich Fernando Alonso als würdiger Nachfolger des angehenden Renn-Rentners Michael Schumacher erwiesen.

dpa SAO PAULO. Zugleich zeigte der Spanier eindrucksvoll, dass sein erster WM-Gewinn im Vorjahr, ebenfalls in Sao Paulo, keine Zufall war. Der neue und alte Weltmeister hat mit seinem dieses Mal erst beim Saisonfinale perfekt gemachten Coup sich zugleich unter den ganz Großen des Grand-Prix-Sports etabliert.

Hatte der Mann aus Oviedo bei seinem ersten Streich in der Vorsaison auch dank der beeindruckenden Zuverlässigkeit und Dominanz des Renault- Teams relativ leichtes Spiel, drohte ihm in diesem Jahr im WM- Endspurt beinahe die Luft auszugehen. Schumacher schien ihn nach einer fulminanten Aufholjagd auf der Zielgeraden beinahe noch überholen zu können, musste letztendlich aber klein beigeben.

Die beiden herausragenden PS-Protagonisten dieses Jahres ähneln einander: Egal ob Potenzial, Persönlichkeit oder Renn-Philosophie - die Parallelen sind verblüffend. Der „spanische Schumi“ ist zwar keine Kopie des Kerpener Originals - aber er gleicht ihm doch in vielem bis ins Detail. Dabei hatte das Supertalent schon vor seinem Durchbruch in der Königsklasse des Motorsports erklärt: „Ich will nicht der nächste Schumacher sein, ich will der erste Alonso sein.“

Im Rennwagen erscheint der Asturier mit seiner Perfektion, seiner Akribie, seinem taktischen Geschick, seiner Kampfkraft, seiner Kompromisslosigkeit und seinem unbändigen Siegeswillen beinahe wie ein Spiegelbild Schumachers, auch wenn er von derartigen Vergleichen nichts hält. Obwohl der 25-Jährige auf dem besten Weg zum Superstar ist, steht für ihn das Team im Vordergrund. Als es im WM-Rennen allerdings zunehmend kritischer wurde, kannte er kein Pardon: Mit harschen Angriffen stachelte Alonso die Renault-Truppe zu noch mehr Leistung an.

Wie Schumacher startete der aus bescheidenen Verhältnissen stammende Alonso seine Karriere als Knirps im Kart. Papa José Luis, ein Sprengmeister, klemmte dem damals Dreijährigen Klötze unter die Schuhsohlen, damit dieser überhaupt die Pedale erreichte. Niederlagen machten „Nano“, wie ihn die Familie, Freunde und Fans liebevoll nennen, schon damals schwer zu schaffen: „Wenn ich nicht gewann, weinte ich. Und wenn ich als Verlierer heimkam, schwindelte ich manchmal und sagte, ich hätte gewonnen.“

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