Motorsport
Alonso will siebten Sieg als Geburtstagsgeschenk

Nur beim Promispiel kann Michael Schumacher derzeit punkten. Im Glutofen von Budapest will Geburtstagskind Fernando Alonso die Konkurrenz wieder zu Nebendarstellern degradieren und den siebten Saisonsieg einfahren.

Sichtlich wohl gefühlt hat sich Michael Schumacher beim Fußballspiel mit Opernstar Placido Domingo - auf dem Hungaroring wird es dem Formel-1-Weltmeister bei der angekündigten Dauerparty von Fernando Alonso weniger gefallen. Der WM-Spitzenreiter Alonso will "Iceman" Kimi Räikkönen erneut die Laune verderben und sich zwei Tage nach seinem 24. Geburtstag im Rennen am Sonntag (14 Uhr/live bei RTL und Premiere) mit seinem siebten Saisonsieg belohnen.

"Es wäre natürlich ein besonderes Geschenk, wenn mir das gelingen würde. Derzeit kommt mir fast alles wie im Traum vor", meinte Renault-Pilot Alonso, der sieben Rennen vor Saisonende bereits 36 Punkte Vorsprung auf Verfolger Räikkönen im Mclaren-Mercedes hat.

Räikkönen nimmt Ausfälle mit Galgenhumor

Nach der unheimlichen Pannenserie mit drei technischen Defekten in Folge und dem geplatzten WM-Traum hat der Finne seinen Frust halbwegs verarbeitet. "Es ist vergessen", behauptet Räikkönen, der sich im Fahrerlager mit schwarzer Designersonnenbrille gewohnt cool präsentierte. Ganz kalt gelassen haben den Pechvogel die Ausfälle aber nicht. "Man gewöhnt sich fast daran, es war ja nicht das erste Mal, dass so etwas passierte", sagte Räikkönen mit Galgenhumor und hakte die WM quasi ab: "Wenn man realistisch ist, haben wir nur noch geringe Chancen."

Indes haben die Team-Verantwortlichen bei der Ursachenforschung für die Pleite des "Silberpfeils" in Hockenheim nicht nur erfolgreich Ursachenforschung betrieben. "Wir haben dafür gesorgt, dass so etwas nicht mehr passieren wird", deutete Mclaren-Teamchef Ron Dennis ein konsequentes Krisenmanagement an.

Schumacher mit vier Siegen in Budeapest Rekordgewinner

Titelverteidiger Schumacher glaubt derweil schon längst nicht mehr an ein rotes Wunder. Nach dem enttäuschenden fünften Platz beim Heimspiel am Hockenheimring ist der 36 Jahre alte Ferrari-Star ausgerechnet auf seiner einstigen Erfolgsstrecke nur noch auf Schadensbegrenzung aus. "Wenn kein Wunder geschieht, wird sich im Vergleich zu den letzten drei Rennen bei uns nicht viel ändern", meinte Vorjahressieger Schumacher, der auf der staubigen Piste vor den Toren von Budapest mit vier Siegen Rekordgewinner ist. Als Hauptmanko nannte der Kerpener erneut die Reifenproblematik und zog bereits ein ernüchterndes WM-Fazit: "Wir waren in dieser Saison wirklich nie in der Lage, jemanden herauszufordern."

Mehr Spaß hatte Schumacher am Tag zuvor bei einem Benefizspiel vor 20 000 Zuschauern im Puskas-Ferenc-Stadion, obwohl ihm beim 6:6 der Piloten-Auswahl gegen ein ungarisches All-Star-Team kein Treffer gelang. Doch die Renn-Realität wird den "Allmächtigen der Vergangenheit" (The Independent) im freien Training am Freitag wohl wieder einholen.

Alonso muss sich noch an Popularität gewöhnen

Dabei hängen gerade am Hungaroring, wo für Samstag Temperaturen bis 40 Grad Celsius vorhergesagt sind, so viele positive Erinnerungen. Vor einem Jahr noch sicherte sich Ferrari mit einem Doppelsieg durch Schumacher und Rubens Barrichello vorzeitig die Konstrukteurs-WM. Schumacher: "Das zeigt eben, dass sich in der Formel 1 sehr schnell viel ändern kann. Aber das ist schließlich auch eine Herausforderung."

Indes darf "Kronprinz" Alonso am Freitag auf einen Geburtstagsglückwunsch von Spaniens König Juan Carlos hoffen, der seit Saisonbeginn stets per Handy nach Siegen gratuliert. An den großen Rummel hat sich "Fernando I." trotzdem noch nicht gewöhnt: "Ich finde es immer noch sehr merkwürdig, berühmt zu sein", gesteht Alonso - und die großen braunen Augen funkeln noch ein wenig mehr als sonst.

© SID

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