Motorsport
Alonsos Triumph in Schumacher-Land

Ausgerechnet auf dem Lieblingskurs von Rekordweltmeister Michael Schumacher in Spa kann der Spanier Fernando Alonso am Wochenende dessen Nachfolge auf dem WM-Thron der Formel 1 antreten.

Eigentlich ist Spa seit 14 Jahren Schumacher-Land, doch am Sonntag kann der Spanier Fernando Alonso ausgerechnet auf dem Lieblingskurs des Rekordweltmeisters dessen Nachfolge auf dem WM-Thron antreten. Wenn der Renault-Pilot beim Großen Preis von Belgien (Sonntag, 14.00 Uhr/live bei Premiere und RTL) vier Punkte mehr holt als der Finne Kimi Räikkönen im Mclaren-Mercedes, steht der 24-Jährige aus Oviedo vorzeitig als neuer Weltmeister und zugleich jüngster Champion in der Geschichte der Königsklasse fest. "Ich würde den Titel schon gerne in Spa unter Dach und Fach bringen", sagte Alonso.

Für "Spa-König" Schumacher würde das bedeuten, dass er in seinem Wohnzimmer diesmal selbst nur Dekoration wäre - und er hat auch nicht viel Hoffnung, dass er sich durch ein gutes Rennergebnis zumindest ein bisschen ins Rampenlicht schieben könnte. "Spa ist für mich immer mit guten Gefühlen verbunden, und auch dieses Mal würde ich mich sehr gerne ganz besonders auf dieses Rennen freuen. Ich muss allerdings zugeben, dass unsere momentane Leistungsfähigkeit diese Vorfreude etwas eintrübt", sagte Schumacher, der beim Ferrari-Heimspiel am vorigen Sonntag in Monza nur Zehnter wurde.

Ferrari gibt sich pessimistisch

"Es macht nach unseren eher ernüchternden Vorstellungen zuletzt - in der Türkei und leider auch am vergangenen Wochenende in Monza - nicht den Eindruck, dass wir allzu gut aussehen könnten, auch wenn wir natürlich unser Möglichstes versuchen werden", erklärte der Ferrari-Pilot.

Dennoch ist die Berg- und Talbahn in den belgischen Ardennen für den 36-Jährigen eine einzigartige Strecke. "Spa ist immer etwas Besonderes für mich, das lässt sich nicht leugnen und das will ich auch gar nicht leugnen. Ich liebe diese Strecke, sie ist ganz nach meinem Geschmack: technisch herausfordernd, eine echte Aufgabe, und landschaftlich wunderschön."

Spa ist Schumachers "Heim-GP"

Und der Ort vieler Erfolge. Am 25. August 1991 startete der Kerpener dort zu seinem ersten Formel-1-Rennen, nachdem er im Training seinen Jordan sensationell auf Startplatz sieben gestellt hatte. Im Rennen rollte er dann nach wenigen Metern wegen eines technischen Defektes aus. Gerade einmal ein Jahr später machte es der Kerpener besser. Am 30. August 1992 feierte er den ersten von inzwischen 84 GP-Siegen.

Insgesamt sechsmal triumphierte Schumacher dabei auf seinem Lieblingskurs. Seinen größten Coup feierte er dabei, als er am 27. August 1995 im strömenden Regen von Startposition 16 zum Sieg fuhr und seinen WM-Rivalen Damon Hill (Großbritannien) demoralisierte. Es war der erste von drei Siegen in Folge. Triumph Nummer sechs feierte Schumacher dann am 2. September 2001 und löschte mit seinem 52. GP-Sieg die Bestmarke von Alain Prost (Frankreich/51 Siege) endgültig aus den Rekordbüchern. Am 1. September 2002 durchbrach Schumacher bereits mit seinem fünften WM-Titel in der Tasche eine weitere Schallmauer der Formel 1 und holte als erster Pilot überhaupt den 10. Sieg in einer Saison. Im vorigen Jahr durfte der Ferrari-Star auch nach einem zweiten Platz feiern, der ihm vorzeitig den siebten WM-Titel berscherte.

Auch Rückschläge in Spa

Doch Schumacher erlebte in Spa auch einige Rückschläge. Am 28. August 1994 wurde er wegen einer zu sehr abgehobelten hölzernen Bodenplatte an seinem Benetton nach der Fahrt auf Platz eins nachträglich disqualifiziert. Am 30. August 1998 stoppte ihn ein spektakulärer Regen-Crash mit David Coulthard auf dem Weg zum Sieg. Am 27. August 2000 fuhr er erneut dem Sieg entgegen, den ihm Silberpfeil-Pilot Mika Häkkinen mit einem spektakulären Überholmanöver drei Runden vor Schluss doch noch entriss.

© SID

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