Bestechungsvorwürfe
Formel-1-Chef Ecclestone angeklagt

Die Staatsanwaltschaft München hat Formel-1-Boss Bernie Ecclestone wegen Bestechung angeklagt. Nun muss er ein unrühmliches Ende seiner Herrschaft fürchten. Die ersten Formel-1-Teams kommen bereits ins Grübeln.
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MünchenDer 82 Jahre alte Brite ist von der Münchener Staatsanwaltschaft wegen Bestechung und Beihilfe zur Untreue jeweils in einem besonders schweren Fall angeklagt worden. Die Anklage sei ins Englische übersetzt und Ecclestone bereits zugestellt worden, sagte eine Gerichtssprecherin am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa in München.

Der 82 Jahre alte Sportmanager steht im Verdacht, dem inzwischen verurteilten Risikochef der BayernLB, Gerhard Gribkowsky, Schmiergeld in Millionenhöhe gezahlt zu haben, damit dieser den Verkauf der Formel-1-Anteile der Bank in Ecclestones Sinne beeinflusst. Die Anklageschrift gegen Ecclestone sei über 20 Seiten lang und trage das Datum 10. Mai 2013. Für Ecclestone könnte es das Ende seiner über drei Jahrzehnte dauernden Ära an der Spitze der Formel 1 bedeuten.

Ecclestone räumte in einer ersten Stellungnahme ein, dass seine Anwälte eine Anklage der Münchner Staatsanwaltschaft akzeptiert haben. „Das bedeutet, dass sie auf die Anklage antworten müssen, was sie energisch tun“, sagte der Engländer. „Wir werden uns angemessen verteidigen“, zitiert die „Financial Times“ Ecclestone. „Das wird ein interessanter Fall. Es ist schade, dass das passiert ist.“

Seit 2011 ermittelten die Münchener Behörden. Im vergangenen Sommer war bereits Ecclestones einstiger Geschäftspartner Gerhard Gribkowsky zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden. In der Urteilsverkündung betonte der Richter damals schon, dass der ehemalige Risiko-Vorstand der BayernLB von Ecclestone „ins Verbrechen geführt“ worden sei.

Der Brite soll dem deutschen Banker für den Verkauf der Formel-1-Anteile an die Investmentgruppe CVC 44 Millionen Dollar gezahlt haben. Ecclestone hat die Schmiergeld-Vorwürfe stets bestritten und sprach seinerseits von Erpressung. Gribkowsky soll Anspielungen gemacht haben, Ecclestones undurchsichtiges Geschäftsmodell den britischen Steuerbehörden zu melden.

Ecclestone selbst ist auf Konsequenzen offensichtlich gefasst, zumindest wenn es auch zu einer Verurteilung käme. Die Besitzergesellschaft CVC „wird wahrscheinlich gezwungen sein, mich loszuwerden, wenn die Deutschen mich holen. Es ist ziemlich klar, wenn ich eingesperrt würde“, hatte Ecclestone Ende vergangenen Jahres dem „Sunday Telegraph“ gesagt. CVC soll bereits einen Headhunter für die Nachfolge Ecclestones engagiert haben.

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  • Bestechung:

    hm..wenn das Handelsblatt ehrlich ist, so ist Bestechung doch weit verbreitet..wir erklören sich sonst diese ganzen VIP Lounges z.B. auch beim Fussball, die mehrere 100000Euro/Jahr kosten...was will der Käufer dieser Lounges erreichen??

    Ein normaler Handwerker würde diese Lounges nicht mieten, in seinen Augen lohnt sich das nicht, da die Kunden gar nicht so viel Geld ausgehen können wie das Ticket kostet..

    Aber die Mehrzahl der Bürger schaut noch ehrfürchtvoll hoch, anstatt mal zu fragen: von was leben diese LEUTE eigentlich..genau, die meisten bekleiden Positionen in denen sie Entscheidungen treffen können..

    für Olympia etc gilt natürlich gleiches..Bestechung wohin man schaut

  • @hermosa :"Die Partei, die den Mumm hat, uns die Wahrheit zu sagen, die sollte gewählt werden"

    Welche Partei sagt die Wahrheit ??? und was ist die Wahrheit ???

  • http://www.motorsport-magazin.com/images/950/q_80/sw_adrivo/se_sutton/0488503.jpg

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