Doppelsieg auf dem Nurburgring
Porsche glänzt in der "Grünen Hölle"

Doppelsieg für Porsche, ein Massenunfall um Mitternacht mit Hans-Joachim Stuck und Altmeister Klaus Ludwig auf dem Podest - die 34. Auflage des berühmten 24-Stunden-Rennens auf der Nürburgring-Nordschleife werden die fast 200 000 Zuschauer so schnell wohl nicht vergessen. "Ich habe erstmals in meiner langen Rennfahrer-Karriere dem Tod wirklich in die Augen gesehen", meinte ein sichtlich geschockter Stuck, der ebenso wie alle beteiligten Kollegen dem Unfall-Chaos wie durch ein Wunder unverletzt entkam.

Zakspeed-Rekord abgejagt Den Sieg sicherten sich Timo Bernhard (Dittweiler), Lucas Luhr (Koblenz), Mike Rockenfeller (Neuwied) und Marcel Tiemann (Soltau) im von Manthey-Racing eingesetzten und werksunterstützten Porsche 997 GT3 - und das mit einer doppelten Bestmarke. Das Quartett, das von der Pole Position dominierte, fuhr bei herrlichem Sonnenschein 151 Runden und legte dabei eine Rekorddistanz von insgesamt 3 832, 078 Kilometer zurück. Die bisherigen Rekordmarken hatte der frühere Formel-1-Rennstall Zakspeed Racing mit 147 Runden und 3 727,773 Kilometer gehalten.

"Das ist ein grandioser Erfolg vor einer fantastischen Kulisse. Wir hatten bis auf zwei Reifenschäden keinerlei Probleme mit der Technik. Das war letztlich der Schlüssel zum Sieg", meinte der frühere DTM-Pilot Tiemann.

Mit einer Runde Rückstand belegten die Brüder Jürgen und Uwe Alzen (beide Betzdorf), der frühere Tourenwagen-König Klaus Ludwig (Roisdorf) und Audi-Werksfahrer Christian Abt (Kempten) Platz zwei und machten damit den Porsche-Doppelerfolg perfekt.

"Mein Ziel war es, als Hobby-Rennfahrer nochmal auf dem Podest zu stehen. Platz zwei ist für uns das optimale Ergebnis, mehr war nicht drin", sagte der keineswegs enttäuschte Klaus Ludwig: "Man muss einfach auch anerkennen, dass die Markenkollegen einen Tick besser waren."

Auf den dritten Platz (10 Runden zurück) fuhr die von Zakspeed eingesetzte Dodge Viper GTS-R in der Besetzung Christopher Gerhard (Viersen), Hans-Peter Huppert-Nieder (Blieskastel), Werner Mohr (St. Ingbert) und Dirk Riebensahm (Andernach). Das Schwesterauto, in dem Teamdirektor Peter Zakowski versucht hatte, mit fünf Gesamtsiegen neuer `Nordschleifen-König´ zu werden, wurde kurz vor "Halbzeit" wegen Motorproblemen aus dem Rennen genommen.

Für Porsche war es der siebte Triumph, zuletzt hatte die Sportwagenschmiede aus Stuttgart-Zuffenhausen 2000 einen Sieg gefeiert. Rekordgewinner ist BMW mit insgesamt 18 Gesamtsiegen.

Für BMW gab es diesmal aber nicht viel zu gewinnen. Das bestplatzierte Auto mit den beiden Altstars Hans-Joachim Stuck (Ellmau) und Dieter Quester (Österreich), die im M3 GTR noch von Artur Deutgen und Dirk Werner (Duisburg/Kissenbrück) unterstützt wurden, fiel auf Gesamtrang fünf liegend kurz nach Mitternacht bei einem Massenunfall aus.

Crash mit Stuck

Ein Honda-Pilot hatte im Streckenabschnitt "Kallenhard" einen Motorschaden. Das auslaufende Öl verteilte sich über die Fahrbahn. "Plötzlich ist vor mir ein Auto nach links in die Leitplanke gerast und dann auf die Strecke zurückgeschleudert", erzählte Stuck. Sein BMW wurde bei der anschließenden Kollision umgedreht und kam entgegen der Fahrtrichtung zum Stehen.

"Ich war nur noch Passagier. Zwei weitere Fahrzeuge konnten nicht mehr rechtzeitig ausweichen und kollidierten mit meinem BMW. Ein Audi-Pilot verfehlte mich nur ganz knapp und schlug neben mir derart hart in ein anderes Auto ein, dass dabei Motor samt Getriebe herausgerissen und anschließend durch die Luft gewirbelt wurden. Ich bin erst ausgestiegen, als die Strecke komplett blockiert war und habe dann das Ausmaß des ganzen Chaos gesehen", schilderte der 55-Jährige Stuck.

Wesentlich besser lief es dafür bei "Strietzels" Sohn Johannes. Der schnelle Junior fuhr in einem BMW 120d gemeinsam mit Claudia Hürtgen (Aachen), Marc Hennerici (Mayen) und Torsten Schubert (Oschersleben) auf den fünften Platz in der Gesamtwertung unter insgesamt 220 Startern. Das Quartett feierte einen Sieg in der Dieselklasse.

© SID

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