Motorsport
Drohender Fahrerstreik sorgt für Unruhe

Eine Woche vor dem Großen Preis von Deutschland sorgt ein drohender Fahrerstreik für Unruhe in der Formel 1. "Wenn es notwendig sein sollte, werden wir alle an einem Strang ziehen", so Red-Bull-Pilot David Coulthard.

Ein drohender Fahrerstreik sorgt eine Woche vor dem Großen Preis von Deutschland auf dem Hockenheimring (Sonntag, 14 Uhr/live bei Premiere und RTL) erneut für Unruhe in der Formel 1. "Wenn wir das Gefühl haben, dass wir zu etwas gezwungen werden, was uns nicht angemessen erscheint, ist auch ein Streik denkbar. Hoffentlich wird es nicht dazu kommen, aber wenn es notwendig sein sollte, werden wir alle an einem Strang ziehen", sagte Red-Bull-Pilot David Coulthard einem Internetanbieter und präzisierte in der britischen Zeitung Daily Record: "Der Streik könnte die zweite Hälfte unserer Saison treffen."

Reaktion auf Indianapolis

Coulthard hat die Drohung in seiner Funktion als Vorsitzender der Fahrergewerkschaft Gpda als Reaktion auf die Reifen-Affäre von Indianapolis ausgesprochen. Der 34-jährige Schotte deutete an, dass es Sicherheitsbedenken unter den Fahrern gebe, über die mit dem Automobil-Weltverband FIA diskutiert werden müsse.

Zu einem Krisengipfel zwischen den Piloten und dem Weltverband soll es am 1. August in Südfrankreich kommen. Coulthard und 18 der Fahrer-Kollegen hatten sich nach dem US-Grand-Prix schriftlich zu den Vorgängen geäußert und in dem Schreiben den Rennverzicht der sieben Michelin-Teams unterstützt. Weltmeister Michael Schumacher hatte die Erklärung nicht unterschrieben. Nach dem Wunsch der Piloten sollen beispielsweise bei Testfahrten künftig die Sicherheitsmaßnahmen an die Standards der Rennwochenenden angeglichen werden.

Die Fronten hatten sich zuletzt verhärtet, nachdem FIA-Boss Max Mosley ein fest vereinbartes Meeting im Vorfeld des Großen Preises von Silverstone vor gut einer Woche abgesagt hatte. Als Grund hatte Mosley Aussagen Coulthards in der Presse genannt, die eine ruhige Diskussion über Sicherheitsaspekte "unmöglich gemacht" hätten.

Coulthard nicht glücklich mit dem Termin

Coulthard ist weiterhin verärgert über die Reaktion Mosleys und ist nicht glücklich über den neuen Termin am ersten Tag der "Sommerpause" (1. August). Zwischen den Rennen am 31. Juli in Budapest und am 21. August in Istanbul gibt es eine dreiwöchige Rennpause, die viele Fahrer zu einem Kurzurlaub nutzen wollen.

"Es wäre besser gewesen, es in Silverstone zu machen, wo alle Fahrer waren. Jetzt wird es nur dazu kommen, wenn zumindest die Hälfte der Fahrer kommen kann. Aber einige, zum Beispiel Takuma Sato, haben schon gesagt, dass sie nicht da sein werden", kritisierte Coulthard die Ansetzung.

Schafft es die Gpda nicht, zumindest die Hälfte der Fahrer zu mobilisieren, wird wohl auch die FIA dem Krisengipfel fernbleiben. Coulthard: "Ich hoffe, das Meeting wird trotzdem stattfinden, denn wir wollen festlegen, dass die Sicherheit oberste Priorität genießt. Was in Indianapolis geschehen ist, sollte jeden aufgerüttelt haben."

© SID

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