DTM-Vermarktung
Die DTM setzt sich in Szene

Der Fernsehvertrag mit der ARD lockt Sponsoren in die Rennserie: Der öffentlich-rechtliche Sender weitet in dieser Saison seine Berichterstattung aus und überträgt nun 195 Minuten pro Rennwochenende. Doch das Interesse der Fernsehzuschauer an der DTM geht zurück.

KÖLN. Autonarren wünschen sich seinen Job: Maro Engel fährt aufgemotzte Schlitten, trifft heiße Boxenluder und verdient auch noch Geld dabei. Wenn das Motorsport-Talent am Wochenende beim Saisonauftakt des Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) in Hockenheim an den Start geht, werden ihm sogar Supermodels die Daumen drücken - denn mit seinen Erfolgen macht er auch für sie Werbung.

Engels Hauptsponsor ist diese Saison das Männermagazin GQ, das gerne leicht bekleidete Frauen ablichtet. Nun prangt das Logo des Blatts unübersehbar auf dem Overall und dem Mercedes des Nachwuchsfahrers. GQ sieht in der DTM die perfekte Plattform: Sie stehe für Technik, Sport und Extravaganz.

Neben dem guten Ruf ist es aber vor allem der derzeitige Fernsehvertrag, der neue Sponsoren lockt. Die DTM bietet etwas, wovon andere Sportarten nur träumen können: Stundenlange Live-Übertragungen in der reichweitenstarken ARD zur besten Sendezeit. Der öffentlich-rechtliche Sender weitet in dieser Saison seine Berichterstattung sogar aus. Die ARD überträgt nun 195 Minuten pro Rennwochenende von der Strecke.

Für die Geldgeber lohnt sich die Investition - denn bei der DTM kommen Werbe-Botschaften an: Einer Studie der Sport-Research-Beratung IFM zufolge erzielen die Bandensponsoren bei den Rennen eine Sichtbarkeit, die dreimal höher ist als in der Formel 1 und immerhin doppelt so hoch wie bei Fußball-Länderspielen. "Gerade beim Fußball gibt es häufig ein Überangebot an Sponsoren, das die Werbesubstanz verwässert", sagt IFM-Experte Markus Lichti. "Die DTM bietet hingegen eine ausgezeichnete Basis für einen hohen Anteil eines Bandensponsors an der Wettkampfdauer bei gleichzeitig hoher Reichweite."

Auch beim Image muss sich die DTM nicht vor anderen Sportarten verstecken. Einer aktuellen Befragung der Sponsoring-Beratung Sport + Markt zufolge erreicht die Rennserie bei Werten wie "Dynamik", "Qualität" und "Sympathie" fast ebenso hohe Ergebnisse wie der große Bruder Formel 1. Jeder Zweite, dem die DTM ein Begriff ist, kann sich sogar vorstellen, ein Rennen zu besuchen. Hochgerechnet auf die Bevölkerung ergibt das mehr als 20 Millionen Deutsche, die noch als potenzielle neue Fans in Frage kommen.

Auf eine hohe Reichweite achten auch die beiden in der Serie engagierten Automobilhersteller Audi und Mercedes - immerhin investieren sie viel Geld in den Motorsport. Nach Berechnungen von IFM zahlt sich das Engagement aus: Audi beispielsweise, dessen Pilot Timo Scheider in der vergangenen Saison den Titel holte, erziele über die Berichterstattung von TV, Print- und Onlinemedien einen Werbeeffekt in Höhe von knapp 40 Mio. Euro, schätzen die Berater. Dafür gibt das Ingolstädter Unternehmen nach eigenen Angaben nur eine niedrige zweistellige Millionensumme aus.

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