Motorsport
Ecclestone: "Das war nicht gut für die Zukunft"

Nach dem Skandalrennen in Indianapolis sprechen die Beteiligten Klartext. "Das war nicht gut für die Zukunft der Formel 1 und die von Michelin in der Formel 1", sagte Formel-1-Boss Bernie Ecclestone.

Das Skandalrennen in Indianapolis hat bei allen Beteiligten negative Reaktionen hervorgerufen. Der Sport-Informations-Dienst stellte nach der Farce die Stimmen der Fahrer und Verantwortlichen zusammen.

Bernie Ecclestone (Formel-1-Boss): "Man kann den Teams nicht vorschreiben, was sie tun sollen, wenn die Reifenhersteller sagen, sie können nicht fahren. Auf jeden Fall war das hier nicht gut für die Zukunft der Formel 1 und die von Michelin in der Formel 1."

Flavio Briatore (Renault-Teamchef): "Wir wären auch mit den neuen Reifen gefahren und hätten einen Abzug der Punkte durch den Weltverband FIA in Kauf genommen. Wir wollten einfach nur für die Fans fahren. Da wäre es doch egal gewesen, wenn Ferrari die Punkte bekommt. Wenn wir eine gebrochene Radaufhängung gehabt hätten, dann hätten wir das Auto halt im Rennen abstellen müssen. Aber das hier war wesentlich komplizierter, weil das Problem mit Michelin zusammenhing."

Ron Dennis (Mclaren-Teamchef): "Das ist ein schlechter Tag für die Formel 1. Und es ist eine eindeutige Demonstration, welche Schwierigkeiten die Teams bei der gemeinsamen Problemlösung haben. Wir wurden schon am Freitag von Michelin über das Problem informiert. Es wurde dann immer schwerwiegender, und die Abschlusstests in Europa haben eindeutig gezeigt, dass wir nicht fahren können."

Frank Williams (Williams-Teamchef): "Das heute bedeutet einen schweren, schweren Schaden für die Formel 1. In Nordamerika ist der Schaden vielleicht sogar unwiderruflich. Alle Teams sind zutiefst unglücklich über die Situation."

Norbert Haug (Mercedes-Sportchef): "Für uns gab es hier keine Chance, dieses Rennen zu fahren, da wir uns da völlig auf unseren Partner Michelin verlassen mussten. Wenn die sagen, wir sollen den Reifen nicht benutzen, wären wir wirklich schlecht beraten, wenn wir uns über diesen Vorschlag hinwegsetzen. Leidtragende hier waren die Zuschauer."

Mario Theissen (BMW-Motorsportdirektor): "Sicherheit ist oberstes Gebot. Es ist klar, dass wir uns nicht über die Anweisungen von Michelin hinwegsetzen und die Sicherheit der Fahrer riskieren können. Wir sind alle leidenschaftliche Motorsportler und haben alles Mögliche unternommen, um hier Rennen fahren zu können. Es tut uns Leid für die Zuschauer, aber wir hatten keine andere Wahl. Es stand bereits am Sonntagmorgen fest, dass wir hier kein Rennen fahren können, wenn keine Maßnahmen ergriffen werden, das Tempo der Autos in Kurve 13 zu reduzieren."

Paul Stoddart (Minardi-Teamchef): "Das ist kein Rennen, dass ist eine Farce. Kein Mensch kann dieses Rennen ernst nehmen. Dieser Tag wird noch viele Komplikationen nach sich ziehen. Es tut mir Leid für die Zuschauer. Sicherheit muss vor der Politik kommen. Sowas darf nicht passieren, der ganze Tag war ein Witz. Schuld hat eindeutig die FIA, sie hätte dem Michelin-Vorschlag zustimmen müssen."

Michael Schumacher (Ferrari): "Das ist nicht der richtige Weg für den ersten Sieg. Es war ein Grand Prix der anderen Art. Ich wäre dieses Rennen gerne unter anderen Bedingungen gefahren. Ich fühle mit den Fans, aber Ferrari hat hier nichts falsch gemacht. Wir müssen uns keiner Schuld bewusst sein."

Jarno Trulli (Toyota): "Es ist eine Schande für die Formel 1. Aber die Situation ließ sich wohl nicht abwenden, und es wäre zu gefährlich gewesen. Es ist bitter für die Formel 1 und den ganzen Sport, dass wir heute nicht die erwartete Show bieten konnten. Aber die Analysen haben nunmal gesagt, dass Gefahr besteht."

Nick Heidfeld (BMW-Williams): "Ich will nur nach nach Hause. Ich habe keine Lust mehr, mir das Rennen anzuschauen. Es macht ja keinen Sinn, noch länger hier zu bleiben. Natürlich wären wir alle lieber gefahren, aber die Entscheidung von Michelin war richtig. Denn die Sicherheit geht vor. Wir wollten keinen Unfall riskieren, das wäre eine Katastrophe für alle."

Mark Webber (BMW-Williams): "Ich bin bei der Startaufstellung darüber informiert worden, dass wir hier nicht fahren. Die Frage war: eine Schikane bauen oder nicht? Wäre es meine Entscheidung gewesen, auch ich wäre hier nicht gefahren. Es war hier einfach nicht sicher genug."

David Coulthard (Red-Bull-Cosworth): "Wir haben bis zur Einfahrt in die Startaufstellung noch gehofft, dass wir fahren können. Wenn es nach mir gegangen wäre, dann wären wir auch gefahren. Denn Rennfahren ist immer gefährlich. Aber die Teams hatten ihren Standpunkt, das muss ich als Fahrer akzeptieren."

Christian Klien (Red-Bull-Cosworth): "Es ist frustrierend. Die Fans da draußen haben sich alle auf dieses Rennen gefreut. Es hätte funktioniert, wenn die Schikane gebaut worden wäre. Aber das hat man eben nicht gemacht, und wenn die Reifen dann nicht halten, dann kann man eben nicht fahren."

Jacques Villeneuve (Sauber): "Das ist der Horror. Es hätte nie so weit kommen dürfen. Wenn ich heute Zuschauer gewesen wäre, hätte ich meinem Ärger auch gehörig Luft gemacht. Und ich glaube, in den USA kann die Formel 1 das nie wieder gutmachen."

© Sport-Informations-Dienst, Neuss

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