Eifel-Rennstrecke
Streit um Nürburgring-Verkauf wird heftiger

Beim Nürburgring-Verkauf gehen die Sanierer in die Offensive. Sie werfen dem Verein „Ja zum Nürburgring“ vor, die Öffentlichkeit gezielt in die Irre zu führen. Dessen Vorsitzender ist ausgerechnet ADAC-Ehrenpräsident.
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KoblenzIm Streit um den Verkauf des Nürburgrings wird der Ton rauer. Die Sanierer der insolventen Eifel-Rennstrecke werfen Kritikern um den Verein „Ja zum Nürburgring“ vor, mit falschen Behauptungen Ängste zu schüren. „Die Kommunikation ist nicht mehr oder weniger als eine Irreführung der Öffentlichkeit“, sagte Sanierungsgeschäftsführer Thomas Schmidt am Montag in Koblenz. Der Verein hält dagegen und fordert, den Verkaufsprozess zu stoppen. Dieser sei europarechtlich problematisch und bevorzuge bestimmte Interessenten. Das Verfahren ist in der entscheidenden Phase, noch im ersten Quartal wollen die Sanierer einen Käufer präsentieren.

Der Verein um ADAC-Ehrenpräsident Otto Flimm und der ADAC selbst hatten sich jüngst in Stellungnahmen an die EU-Kommission über den Verkaufsprozess beschwert. Nach dem Willen des Vereins sollte der Verkauf des Ring-Freizeitparks von der Rennstrecke getrennt und letztere gemeinwohlorientiert betrieben werden. Angesichts der Mängel des laufenden Verfahrens müsse ein neues konzipiert werden.

Eine solche Abtrennung lehnen die Sanierer ab und verweisen ihrerseits auf europäisches Recht. „EU-Wettbewerbskommissar (Joaquin) Almunia hat der Ministerpräsidentin und uns geschrieben, es gibt kein Herausnehmen aus dem Verkaufsprozess“, sagte Schmidt. Was der Verein verlange, sei nicht europarechtskonform. Die Stellungnahmen des Vereins und des ADAC hielten den Verkaufsprozess indes nicht auf.

Sachwalter Jens Lieser ergänzte, das Verkaufsverfahren werde sich noch bis Mitte Februar hinziehen. „Erst dann können wir entscheiden, ob ein zuschlagsfähiges Angebot dabei ist.“ Ein Verkaufsvertrag wird laut Schmidt erst wirksam, wenn die EU-Kommission entschieden hat, ob Beihilfen für den Ring rechtmäßig waren, ob Beihilfen zurückgefordert werden und ob der Käufer dafür haftet. „Sonst würde niemand das Risiko eingehen, den Nürburgring zu kaufen“, sagte er.

Der Verein kritisiert, Bieter, die sich für den gesamten Ring-Komplex inklusive des Freizeitparks interessierten, würden von den Sanierern bessergestellt. Das weisen diese entschieden von sich. „Niemand wird bevorzugt oder benachteiligt. Wir haben von Anfang an alle Formen des Verkaufs zugelassen“, betonte Schmidt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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