Motorsport
Ferrari will in Silverstone zur Aufholjagd blasen

Michael Schumachers fahrerisches Können ist unbestritten, allerdings glauben wohl die Wenigsten daran, dass er im Kampf um die Weltmeisterschaft in dieser Saison noch ein Wort mitzureden hat. Außenseiter "Schumi" hofft auf Regen, die Fans freuen sich auf die nächste Runde des WM-Duells zwischen den Favoriten Fernando Alonso und Kimi Räikkönen: Doch die Bomben-Explosionen im Herzen Londons verbreiten auch in der Formel 1 Angst und Schrecken. Seit den Terroranschlägen am Donnerstagmittag herrscht vor dem Großen Preis von England (Sonntag 14.00 Uhr Mesz/live bei Premiere und RTL) in Silverstone die höchste Alarmstufe.

Die Veranstalter reagierten sofort auf die Anschläge in der rund 150km entfernten britischen Hauptstadt und stimmten bei einer Krisensitzung weitere Vorkehrungen mit der Polizei ab. Die Personen- und Gepäckkontrollen an den Eingängen und vor allem beim Zugang zum Fahrerlager wurden verschärft. Der Einsatz von Sprengstoff-Hunden gehört in Silverstone ohnehin zu den üblichen Maßnahmen.

"Natürlich sind wir gewarnt und werden alles Mögliche für die Sicherheit tun. Aber es gibt keinen Grund, jetzt hier in Panik zu verfallen", sagte Silverstones Pressesprecher John Hurton dem Sport-Informations-Dienst (sid). Der seit Wochen mit 100 000 Zuschauern ausverkaufte Grand Prix ist die größte sportliche Veranstaltung am Wochenende auf englischem Boden. Zwischenfälle hatte es zuletzt durch so genannte "Flitzer" gegeben. Vor zwei Jahren hatte ein schottischer Fan auf der Rennstrecke für Aufsehen gesorgt.

Sportlich brennt Mclaren-Mercedes-Pilot Räikkönen (Finnland) im Duell mit Renault-Mann Alonso (Spanien) vor Ehrgeiz. "Wir wollen und werden zeigen, zu was wir fähig sind", sagte der "Iceman" und hat den Titel trotz eines Rückstandes von 24 Punkten auf Alonso längst noch nicht abgeschrieben: "In dieser langen Saison ist noch alles möglich."

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Räikkönen und Mclaren-Mercedes gelten derzeit als schnellste Kombination der "Königsklasse", was der 25-Jährige am vergangenen Sonntag in Frankreich mit seinem Husarenritt von Startplatz 13 auf Rang zwei eindrucksvoll demonstrierte. Mercedes-Sportchef Norbert Haug glaubt an Räikkönen, der im Vorjahr beim Mclaren-Heimspiel auf die Pole Position und im Rennen auf Platz zwei gefahren war: "In Silverstone waren wir zuletzt immer schnell, und die nächsten WM-Läufe werden die Gesamtwertung noch gehörig verändern."

Alonso, der den Brasilianer Emerson Fittipaldi als jüngsten Champion der Formel-1-Geschichte ablösen könnte, stapelt tief. "Ich halte Mclaren für schneller, und das Rennen in England liegt uns sowieso nicht unbedingt", meinte der 23-Jährige, der 50km von Silverstone entfernt in der Universitätsstadt Oxford wohnt.

Vorjahressieger Schumacher bleibt im Duell der beiden Youngster nur die Außenseiterrolle. Der siebenmalige Weltmeister, der in der WM-Wertung 29 Zähler hinter Alonso zurückliegt, hat seine Hoffnung auf den achten WM-Titel allerdings noch nicht aufgegeben. "Ich sehe uns im Aufwind und nicht so weit weg, wie viele denken", sagte der 36-Jährige dem Fachmagazin "Auto, Motor und Sport". Der Weg zurück an die Spitze könne "über Nacht gelingen". Und außerdem ist fürs Wochenende englisches Schmuddelwetter angesagt - Bedingungen, die Regen-Spezialist Schumacher wieder zurück ins Titelrennen spülen könnten.

© SID

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