Formel 1
Abu Dhabi zündet auf Yas Island den Turbo

Für Exklusivität ist gesorgt, wenn am Sonntag in Abu Dhabi erstmals ein Formel-1-Rennen stattfindet. Eine Mrd. Dollar haben sich die Öl-Scheichs den 5,6 Kilometer langen Parcours auf der Ferieninsel Yas Island im Persischen Golf kosten lassen. Die PS-Boliden sollen den Tourismus im Öl-Emirat ankurbeln.
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ABU DHABI. Von der Ferne sieht das Yas Marina Hotel aus wie eine Raumstation. Tagsüber glänzen die beiden ellipsenförmigen Glasgebäude metallisch in der Sonne, nachts sind sie rot und blau angestrahlt. Doch der futuristische Trakt birgt keine Raketen-Abschussrampe, sondern eine Luxus-Tribüne für Geschwindigkeits-Rekorde am Boden: Die beiden Flügel der Nobel-Bettenburg stehen direkt neben der neuen Formel-1-Rennstrecke in Abu Dhabi. Hotelgäste können die Flitzer von der VIP-Lounge aus wenige Meter über dem Asphalt verfolgen. Zimmer in dem vom New Yorker Büro Asymptote geplanten Design-Tempel kosten weit über 1 000 Dollar die Nacht.

Für Exklusivität ist gesorgt, wenn am kommenden Sonntag in Abu Dhabi erstmals ein Formel-1-Rennen stattfindet. Die Hauptstadt sowohl des gleichnamigen Öl-Emirats als auch des Gesamtstaats Vereinigte Arabische Emirate wird dann Mitglied im elitären Rennzirkus. Eine Mrd. Dollar haben die Öl-Scheichs in den 5,6 Kilometer langen Parcours auf der Ferieninsel Yas Island im Persischen Golf gesteckt. Den Rundkurs entworfen hat der Aachener Architekt Hermann Tilke, der auch die Formel-1-Strecken in Bahrain und Schanghai plante.

Allein das kurzfristige Geschäft bringt Abu Dhabi einen kräftigen Geldregen. "Das Rennen bietet die goldene Gelegenheit, sich auf der Weltbühne zu präsentieren", sagt Lawrence Franklin, Direktor für Strategie bei der Tourismusbehörde. Sämtliche 16 000 Hotelzimmer sind ausgebucht, alle 50 000 Tickets für den Grand Prix verkauft. Restaurants und Einzelhandelsgeschäfte dürften bei stark angehobenen Preisen Spitzenumsätze verbuchen.

Nach einer Studie haben internationale Besucher beim vergangenen Formel-1-Rennen in Bahrain im Schnitt 1 356 Dollar pro Tag ausgegeben - ähnliche Einnahmen kann Abu Dhabi erwarten. Doch das Emirat hat noch weitere Einnahmequellen: So zahlte die vor Ort angesiedelte Etihad Airways mehrere Millionen Dollar für einen dreijährigen Sponsorenvertrag. Der Name der Fluggesellschaft taucht nun im offiziellen Titel des Grand Prix auf.

Die Scheichs denken in großen Dimensionen. Sie sitzen zum einen auf den fünftgrößten Ölreserven der Welt. Gleichzeitig basteln sie bereits an Konzepten, damit sich der Formel-1-Zirkus auch langfristig als eine Goldgrube erweist. "Die Regierung hat die Vision, Abu Dhabi als arabische Welt-Metropole und internationales Zentrum für Geschäft, Handel und kulturellen Austausch zu etablieren", sagt Khaldoon Al-Mubarak. Er ist einer der Macher in Abu Dhabi. Der Mittdreißiger leitet sowohl die Exekutivbehörde des Emirats als auch das Formel-1-Komitee, ist Präsident des britischen Fußball-Erstligisten Manchester City und steht nicht zuletzt an der Spitze der staatlichen Investment-Gesellschaft Mubadala.

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