Formel 1 am Hockenheimring
Vollgas für den Standort Deutschland

Der Große Preis von Deutschland ist für viele Motorsport-Fans das Highlight des Jahres. Für die Ausrichter ist das Rennen vor allem eines: teuer. Gewinne? Fehlanzeige. Warum sich die Investition trotzdem lohnt.
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KölnWenn die Formel 1 nach Deutschland kommt, ist kein Platz für Bescheidenheit. Eingeladen wird wahlweise zum Motorsporthighlight, Sportereignis oder sogar Event des Jahres. Die Veranstalter geben ein vollmundiges Versprechen ab: „Der Hockenheimring zelebriert seine Fans und bietet Formel 1 zum Anfassen." Am Freitag begann das einzige deutsche Grand-Prix-Rennen in diesem Jahr mit dem freien Training, heute um 14 Uhr startet das eigentliche Rennen.

Gescheiterter Börsengang hin, Gerichtsprozesse um den Verkauf der Formel 1 her: In der Königsklasse kann es noch so sehr rumoren. Selbst wenn gegen ihren Chef Bernie Ecclestone Korruptionsvorwürfe laut werden - das Interesse von Herstellern und Sponsoren ist ungebrochen.

Experten sind überzeugt, dass sich der Grand Prix in Deutschland für alle Rennserien lohnt: „Wenn es gut in der Champions League des Motorsports läuft, dann profitiert davon auch die Kreisklasse", sagt Hans-Joachim Stuck, Ex-Formel-1-Fahrer, Motorsport-Repräsentant von VW und seit April Präsident des Deutschen Motor Sport Bunds (DMSB). Zahlen des ADAC zeigen einen klaren Aufwärtstrend.

In verschiedenen Konstellationen ist der Verband jährlich an rund 3.400 Veranstaltungen beteiligt - von Nachwuchs-Kartrennen über eigene Rennserien mit Formel- und Sportwagen bis zum Sponsoring in der Tourenwagenserie DTM.

2011 habe es über alle Segmente hinweg ein zweistelliges Wachstum beim Budget pro Sponsor gegeben, sagt Lars Soutschka, Leiter ADAC Motorsport: „In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Betrag fast verdoppelt, es entwickelt sich insgesamt sehr positiv." Es gibt eine Vielzahl von Serien - alle kämpfen um einen Platz im Fernsehen. Denn erst damit lassen sich zahlungskräftige Sponsoren überzeugen.

Die Rennen der GT Masters etwa sind seit 2010 live bei Kabel 1 zu sehen. In der Zeit wuchs das Fahrerfeld der „Liga der Traumsportwagen", in der unter anderem Lamborghini Gallardo, Porsche 911 und Audi R8 an den Start gehen, von 16 auf 40 Fahrzeuge. „Die Rennteams können ihren Sponsoren jetzt einen höheren Werbegegenwert bieten", sagt Soutschka.

Auch die Tourenwagenserie DTM erlebt einen Höhenflug, nachdem BMW in dieser Saison als drittes Team neben Mercedes-Benz und Audi zurückgekehrt ist. Obwohl Taktgeber für den Motorsport, bleibt die Formel 1 in Deutschland umstritten. Die Rennserie lässt sich Schätzungen zufolge den Antritt - im jährlichen Wechsel zwischen Nürburg- und Hockenheimring - mit 20 Millionen Euro vergüten.

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