Formel-1
Budapest: Räikkönen siegt vor Schumacher-Brüdern

Michael Schumachers Traum vom ersten „echten“ Saisonsieg hat sich wieder nicht erfüllt. Der Ferrari-Pilot musste am Sonntag beim Großen Preis von Ungarn nur Kimi Räikkönen im McLaren- Mercedes den Vortritt lassen. Bruder Ralf erreichte Platz drei.

Beim Großen Preis von Ungarn hat sich der Finne Kimi Räikkönen für seinen verpassten Sieg in Hockenheim revangiert. Der Mclaren-Mercedes-Pilot verwies bei seinem vierten Saisonsieg in Budapest Weltmeister Michael Schumacher im Ferrari auf den zweiten Platz. Dritter wurde Ralf Schumacher im Toyota.

"Das war ein ganz tolles Wochenende für uns und die richtige Motivation für alle im Team - vor allem, wenn man bedenkt, von wo wir gekommen sind", erklärte Michael Schumacher. Zu Beginn sei er nicht viel langsamer als Räikkönen gewesen. Doch mit zunehmender Renndauer hätten die Reifen wieder abgebaut, sagte der Weltmeister: "Deshalb hatte ich zum Schluss auch keine Chance mehr, da war Kimi einfach zu schnell." Das sah Bruder Ralf genauso, der nur noch staunte: "Die Silberpfeile fahren wie von einem anderen Stern." Mercedes-Sportchef Norbert Haug blieb auch in der Stunde des Triumphes bescheiden: "Der Trend stimmt, wir müssen nur noch zuverlässiger werden."

Unter keinem guten Stern stand das 13. von 19. Saisonrennen für WM-Spitzenreiter Fernando Alonso (Spanien). Der Renault-Pilot, der nach einer Kollision in der ersten Kurve einen Zwangsstopp einlegen und einen neuen Frontflügel abholen musste, belegte nur den elften Platz. Damit ist das Titelrennen 2005 vor der Türkei-Premiere der Formel 1 in drei Wochen in Istanbul (21. August) zumindest wieder ein bisschen spannender geworden.

Alonsos WM-Vorsprung schmilzt

Alonso führt die WM-Wertung zwar weiter mit 87 Punkten an, doch Verfolger Räikkönen liegt nun nur noch 26 Zähler hinter dem Spanier zurück. Auf Platz drei darf sich Schumacher, der in Budapest die 64. Pole Position seiner Karriere eroberte und nur noch eine Bestzeit weniger als der legendäre Brasilianer Ayrton Senna hat, mit 55 Punkten zumindest rechnerisch noch Hoffnungen auf seine achte Fahrer-Krone machen. Der Mönchengladbacher Nick Heidfeld kam im BMW-Williams als Sechster ins Ziel.

Erschöpft, aber überglücklich nahm Räikkönen den Siegerpokal in Empfang. "Wir hatten die richtige Strategie, das Team hat eine tolle Arbeit geleistet", lobte der Finne, der zum Stehaufmännchen der WM wird und sich auch von einer schier unglaublichen Pechsträhne nie entmutigen lässt. Diesmal aber hatte er auch "Ajax" als sein ganz persönliches Maskottchen dabei. "Ajax" ist Räikkönens deutscher Schäferhund und musste am Samstag auf Wunsch des Finnen extra eingeflogen werden, wie Mclaren-Teamchef Ron Dennis verriet.

Spektakulärer Startunfall von Klien

Schumacher behauptete beim Start zunächst souverän die Führung. Dagegen war der Österreicher Christian Klien (Red Bull) gleich in der ersten Kurve in einen spektakulären Unfall verwickelt. Doch trotz eines Abflugs nach einem Zusammenprall mit einem Sauber-Boliden und eines Überschlags blieb der 22-Jährige unverletzt.

Der als Vierter ins Rennen gestartete Räikkönen arbeitete sich bis auf Platz zwei nach vorn und saß Schumacher über lange Zeit mit weniger als einer Sekunde Rückstand dicht im Nacken. Den zweiten Boxenstopp des Weltmeisters nutzte der Finne in der 36. Runde zum Überholen.

Defekte Antriebswelle stoppt Montoya

Inzwischen hatte sich zwar der bis dato nur einmal beim "Nachtanken" gewesene Montoya an die Spitze gesetzt, doch der Teamkollege Räikkönens schied nur wenig später wegen einer gebrochenen Antriebswelle aus.

Dem Feld weit hinterher fuhr zu diesem Zeitpunkt WM-Primus Alonso. Der in dieser Saison bereits sechsmal erfolgreiche Spanier war zwei Tage nach seinem 24. Geburtstag schon nach der Hälfte des Rennens überrundet worden.

© SID

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