Formel 1: Die ausgebremste Expansion

Formel 1
Die ausgebremste Expansion

China, Abu Dhabi, Indien, bald New Jersey und Sotschi in Russland: Die Formel 1 erschließt mit Macht neue Märkte. Es gibt aber finanzielle Probleme, wie jetzt in Südkorea. Und auch aus anderen Gründen hakt die Expansion.
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YeongamDie Formel 1 macht den Veranstaltern in Yeongam wenig Freude. Seit 2010 startet die Königsklasse auf der Rennstrecke in Südkorea. Finanziell gelohnt hat es sich für die Organisatoren vor Ort nicht. Umgerechnet 110 Millionen Euro soll das Defizit betragen, das bislang angefallen ist – auch weil der Ticketverkauf schleppender lief als erwartet.

Doch es gibt Hoffnung. Gerade abgeschlossene Nachverhandlungen mit Formel-1-Chefpromoter Bernie Ecclestone, an den die Koreaner Antrittsgebühren zahlen, sollen die Veranstaltung am Leben erhalten und dazu beitragen, künftig schwarze Zahlen zu schreiben. Mit dem Auftritt der Formel 1 hofft die Region darauf, sich als Standort für die Autoindustrie und Ausflugsziel zu etablieren. An diesem Wochenende geht die Formel 1 zum dritten Mal in Yeongam an den Start.

Ob Asien, Naher Osten oder Nordamerika – auch die Aussicht auf eine beflügelnde Wirkung für den Standort befeuert den Internationalisierungskurs der Formel 1. Zudem liegt Ecclestone auf einer Linie mit Autokonzernen und Werbepartnern, die ein möglichst großes und globales Publikum erreichen wollen. Doch ob es gelingt, in allen neuen Ländern auch genügend Fans zu finden, ist fraglich. „Die Zukunft der Formel 1 ist alles andere als sorgenlos“, sagt Friedhelm Lange, Motorsportexperte der Kölner Sponsoringberatung Sport+Markt. „In einigen wichtigen Märkten nimmt das Interesse ab oder stagniert auf niedrigem Niveau.“

Grundsätzlich unterstreicht Bernie Ecclestone mit seinem globalen Kurs sein strategisches Geschick. „Er hat immer wieder ein gutes Gespür dafür gezeigt, wie sich Märkte verändern, und die Internationalisierung in Schwellenländern oder den Nahen Osten schon vorangetrieben, als die Formel 1 im Kernmarkt Europa noch sehr gut lief“, sagt Lange.

„Das zahlte sich aus, als Mitte des vergangenen Jahrzehnts die Zuschauerzahlen hier teilweise einbrachen und damit auch Veranstalter finanziell unter Druck gerieten und sich nicht mehr so hohe Antrittsgebühren leisten konnten.“ Ob ein Land zu den klassischen Motorsportmärkten zählt, spielt keine Rolle. „Es geht darum, eine höhere Gebühr beim lokalen Veranstalter zu erzielen, als es in vielen europäischen Ländern möglich wäre.“

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