Formel-1-Finanzcheck: Erster Punktsieg für Williams

Formel-1-Finanzcheck
Erster Punktsieg für Williams

Vor dem ersten grünen Signal beim Großen Preis von Australien hat der Formel-1-Rennstall Williams bereits den ersten Sieg eingefahren. Dank des Börsengangs sind die Engländer wirtschaftlich bestens aufgestellt.
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DarmstadtWie der Wirtschaftsinformationsdienst D&B für seinen Frühjahrs-Finanzcheck 2011 ermittelte, kann Williams seine Pole Position mit den maximal möglichen 100 Punkten erfolgreich verteidigen. Der Rennstall konnte knapp 60 Millionen aus seinem Börsengang erlösen und bekam für die Verpflichtung von Pastor Maldonado aus Venezuela, dem Gewinner der GP2-Serie, eine kräftige Finanzspritze von dessen Sponsor in Höhe von rund 140 Millionen Euro.

Ausschlaggebend für den ersten Platz vor Mercedes GP ist die bessere Zahlungsmoral der Engländer: Sie zahlen ihre Rechnungen drei Tage nach Ziel, bei Mercedes GP sind es 15.

Auf den weiteren Rängen des Index folgen Toro Rosso (95) und Red Bull (92). Den größten Sprung nach vorne machen zum Saisonauftakt McLaren (von 51 auf 89) und Lotus Renault (68 auf 82).

Grundsätzlich gilt: außer Mercedes, Red Bull, McLaren, Ferrari sowie zur Zeit noch Lotus Renault plagen alle Teams wie im vergangenen Jahr mehr oder weniger große Budgetsorgen. Die geringsten Kopfschmerzen dürfte dabei noch Toro Rosso haben - dank des spendablen Sponsors Red Bull.

Wesentlich entspannter als 2010 wirkt auch Teamchef Peter Sauber. Telmex, das Kommunikationsunternehmen von Milliardär Carlos Slim, wurde Hauptsponsor von Sauber und sicherte so den Fortbestand des Rennstalls (77 Punkte). Nur die Währungsschwankungen zwischen Euro, Dollar und Franken bereiten Teamchef Sauber Sorgen. „Was uns wie auch anderen Firmen, die ins Ausland liefern, zu schaffen macht, sind der schwache Euro und der noch schwächere Dollar. Sponsoren-Verträge werden vorwiegend in Euro abgeschlossen – und Ecclestone’s Firma FOM zahlt die Teams in Dollar. Das ist ein echtes Problem", erklärte er vor kurzem im Interview.

Dennoch sind die Schweizer das einzige Team, das seine Rechnungen überpünktlich bezahlt – ganze 17 Tage früher als vereinbart. Williams hat sich in punkto Zahlungsmoral von neun auf drei Tage verbessert, Force India von 30 auf zwölf und der als Team Lotus startende Rennstall von Tony Fernandes sogar von 180 auf 20 Tage. Einzig zu HRT liegen auch ein Jahr nach dem Start noch keine verlässlichen Daten zu Finanzierung und Zahlungsverhalten vor.

Ferrari dagegen legt bei der Zahlungsmoral (19 Tage Verzug) weiterhin ein genauso laxes Verhalten an den Tag wie bei der Namensgebung für den neuen F1-Boliden. Nachdem der US-Autokonzern Ford bereits erfolgreich gegen die Nutzung der Bezeichnung "F150" für die "Rote Göttin" geklagt hat und die Scuderia aus Maranello sich zunächst für die ursprüngliche Bezeichnung "F150th Italia" entschied, musste der Name noch vor Saisonstart erneut geändert werden: Die finale Namensgebung lautet nun "Ferrari 150° Italia".

Der Frühjahrs-Finanzcheck von D&B Deutschland im März 2011:

RennstallFirmensitzD&B F1 Index

Zahlt Rechnungen

X Tage nach Ziel

Williams Grand Prix Engineering LTDGroßbritannien 1003
Mercedes GP LTDGroßbritannien10015
Scuderia Toro Rosso SPAItalien950
Red Bull Racing LTDGroßbritannien921
McLaren Racing LTDGroßbritannien8917
Lotus Renault F1 Team LTDGroßbritannien8214
Scuderia Ferrari SPAItalien7919
Sauber Motorsport AGSchweiz7717 vor Ziel
Marussia Virgin Racing LTDGroßbritannien98
Team Lotus RacingGroßbritannien620
Force India Fomula One Team LTDGroßbritannienn/a12
Hispania Racing F1-Team (HRT)Spanienn/an/a

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