Formel-1-Finanzcheck: Sauber fährt allen davon

Formel-1-Finanzcheck
Sauber fährt allen davon

Auf der Strecke fahren sie hinterher, aber wirtschaftlich führen sie das Feld an - die Teams Sauber und Williams präsentieren sich nach der abgelaufenen Saison finanziell bestens aufgestellt. Die Großen fahren hinterher.
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DarmstadtMit dem Ausgang der Formel-1-Weltmeisterschaft hat das Team Sauber meist eher wenig bis nichts zu tun, doch hinsichtlich wirtschaftlicher Situation und Zahlungsmoral macht den Schweizern in der Königsklasse des Motorsports niemand etwas vor. Dies geht aus dem aktuellen „D&B F1 Index “ hervor, in dem der Wirtschaftsinformationsdienst D&B zum Abschluss der diesjährigen Rennsaison die Finanzkraft und das Zahlungsverhalten der Formel-1-Teams unter die Lupe genommen hat. Dabei überrascht, dass die finanzstarken Schwergewichte wie Ferrari, McLaren oder Red Bull nicht etwa souverän von der Spitze des Feldes grüßen, sondern sich hinter den sportlich eher hinterherfahrenden Teams Sauber und Williams einsortieren müssen.

Der Rennstall des Schweizers Peter Sauber hat im Vergleich zur vergangenen Untersuchung im Frühjahr 2011 einen beeindruckenden Sprung hingelegt - auch, weil das Team dank einer seriösen Finanzpolitik sonst eher scheue Sponsoren an Bord holen konnte. Eine wichtige Rolle in der Strategie spielt dabei auch der „Sauber Club One“, den der Rennstall bereits Mitte 2010 ins Leben rief. Damit bietet Sauber Investoren und Sponsoren aus dem Formel-1-Umfeld eine Plattform zum gegenseitigen Austausch über Finanzgeschäfte, ohne dabei in den Fokus der Öffentlichkeit zu geraten.

„Bei vielen Gesprächen haben wir gemerkt, dass große Marken dieser Tage nicht unbedingt so offen mit der Formel 1 in Verbindung gebracht werden wollen“, begründet Sauber-Geschäftsführerin Monisha Kaltenborn diesen Schritt. Der Erfolg scheint dem Team Recht zu geben: Belegten die Schweizer im Frühjahrsindex mit gerade einmal 77 Punkten nur Platz acht, setzte sich Sauber nun mit dem bestmöglichen Wert (100 Punkte) an die Spitze.

Ähnlich gute Werte kann einmal mehr der Rennstall von Sir Frank Williams aufweisen, der zuletzt in den neunziger Jahren regelmäßig sportlich um den WM-Titel mitfuhr. Inzwischen sind die Briten im tristen Mittelfeld der Formel 1 angekommen, doch wirtschaftlich läuft es für Williams weiterhin blendend. Der Spitzenreiter der letzten Untersuchung glänzt vor allem durch Beständigkeit. Mit 100 Punkten und einer gleichbleibenden Zahlungsmoral von drei Tagen nach Zahlungsziel mussten sich die Briten nur ganz knapp dem Sauber-Team geschlagen geben, das seine Rechnungen im Allgemeinen noch einen Tag früher begleicht.

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