Formel 1- GP von Indianapolis
Fans fordern noch höhere Entschädigung

Die Fans waren nach dem Skandalrennen in Indianapolis empört. Sie wollten ein spannendes Formel 1-Rennen sehen, sahen aber nur sechs Autos auf der Piste. Nachdem Michelin eingelenkt hatte und die Eintrittspreise nun erstatten will, fordern Zuschauer und Anwälte mehr als nur die Eintrittsgelder zurück.

HB INDIANAPOLIS/HAMBURG. Der französische Reifenhersteller, die sieben Michelin-Teams und der Indianapolis Motorspeedway müssen die Fans auch für die Reisekosten und andere Ausgaben entschädigen, forderten Rechtsanwälte am Mittwoch in Indianapolis. Sie haben mittlerweile mehrere Klagen bei amerikanischen Gerichten eingereicht.

„Die Fans wurden betrogen“, sagte Rechtsanwalt Henry Price. „Sie haben nicht das bekommen, wofür sie gezahlt haben.“ Das Michelin-Angebot, die Kosten für die Tickets zurückzuerstatten, könne nur ein Anfang sein. Zudem sei die Offerte des Reifenherstellers bislang inoffiziell, sagte Anwalt William Bock III. „Wir stehen in regelmäßigem Austausch mit einigen hundert Fans. Mit keinem hat Michelin bislang Kontakt aufgenommen.“

Vor rund zehn Tagen hatte Michelin angekündigt, den 110 000 Zuschauern des Rennens am 19. Juni die Kosten für die Tickets zurückzuzahlen. Außerdem bot der Reifenproduzent an, 20 000 Karten für das Rennen 2006 zu kaufen und an Zuschauer abzugeben, die an der Strecke waren. „Michelin könnte das als außergerichtlichen Vergleich werten, so dass diejenigen, die sich darauf einlassen, jeden weiteren rechtlichen Anspruch aufgeben“, warnte Price.

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Michelin-Sprecher Phil Romba kündigte an, innerhalb der nächsten Woche Details über die Kostenerstattung bekannt geben zu können. „Wir machen das, weil es richtig ist. Unser Hauptaugenmerk liegt bei den Fans“, sagte Romba. Beim US-Grand-Prix am 19. Juni waren nur die drei mit Bridgestone ausgestatteten Rennställe Ferrari, Jordan und Minardi gestartet. McLaren-Mercedes, BMW-Williams, Renault, Toyota, Sauber-Petronas, BAR-Honda und Red Bull Racing traten nicht an, nachdem im Training mehrere Reifen geplatzt waren.

Der Motorsport-Weltrat des Internationalen Automobil-Verbandes FIA hatte die sieben Startverweigerer in zwei von fünf Punkten schuldig gesprochen. Die endgültige Entscheidung wird erst am 14. September getroffen und bekannt gegeben.

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