Formel-1-Grand-Prix in Magny-Cours
"Schumi" verliert nach Platz drei weiter an Boden

Fernando Alonso hat den Formel-1-Grand-Prix von Frankreich in Magny-Cours gewonnen. Zweiter wurde Kimi Räikkönen. Damit ist Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher nach dem geschenkten Sieg in Indianapolis wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt worden.

Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher hat nur zwei Wochen nach seinem ersten Saisonsieg von Indianapolis wieder an Boden auf WM-Spitzenreiter Fernando Alonso verloren. Mit dem dritten Platz beim Großen Preis von Frankreich in Magny-Cours ordnete sich der Kerpener hinter dem siegreichen Spanier und Kimi Räikkönen aus Finnland ein. Rund 100 000 Zuschauer wurden Zeuge der "Alonso-Show" und dem ersten Heimsieg für Renault nach 22 Jahren, bei der Schumi auf verlorenem Posten stand. Kimi Räikkönen hingegen zeigte im Mclaren-Mercedes eine beeindruckende Aufholjagd von Startplatz 13 bis auf Rang zwei.

Alonso in der Gesamtwertung vor Räikkönen

Alonso baute mit dem fünften Saisonsieg und dem sechsten seiner Karriere die Gesamtführung mit 69 Punkten wieder auf 24 Zähler vor "Iceman" Räikkönen (45) aus, der aber nach seinem Motorschaden im freien Training und dem Abzug von zehn Startplätzen erfolgreich Schadensbegrenzung betrieb. Schumacher hat nach seinem dritten Podiumsplatz in Folge als Dritter 40 Zähler auf dem Konto.

"Ich habe nach dem Start 18 Runden hinter Jarno Trulli gehangen, später noch einmal hinter Juan Pablo Montoya. Dabei habe ich viel Zeit verloren. Von daher müssen wir mit dem dritten Platz zufrieden sein", sagte Schumacher, gab aber auch zu: "Vom Speed her waren wir heute nicht gut genug, um weiter vorne zu landen. Nur wenn unsere Strategie perfekt aufgegangen wäre, wäre vielleicht Platz zwei drin gewesen. Aber wir haben sechs Punkte geholt, die für uns sehr wichtig sind."

Schumacher über eine Minute zurück

Alonso hatte im Ziel 11,8 Sekunden Vorsprung vor Räikkönen. Schumacher lag bereits mehr als eine 1:20 Minuten zurück. Alle anderen Piloten wurden vom Renault-Piloten überrundet. "Mein Auto war extrem gut. Ich hatte schnell einen netten Vorsprung, danach habe ich das Rennen kontrolliert. Ich habe mich schon die letzten drei, vier Runden auf die Zieldurchfahrt gefreut", sagte Alonso.

Mit seiner souveränen Vorstellung ließ der Spanier die Mehrheit der 80 000 Fans jubeln. Auf den Tribünen, auf denen auch etwa 7 000 Renault-Mitarbeiter saßen, dominierten eindeutig die Farben hellblau und gelb. "Das ist eine xtra-Motovation", erklärte er. Den letzten Renault-Sieg beim Frankreich-GP hatte "Professor" Alain Prost am 17. März 1983 in Le Castellet gefeiert.

Haug: "Von 13 auf zwei - das zeigt, dass Kimi den Speed hatte"

"Ich bin noch ein bisschen enttäuscht, weil der Motorschaden unser ganzes Wochenende zerstört hat", meinte Räikkönen: "Aber der zweite Platz ist gut, ich habe nur zwei Punkte verloren." Ein dickes Lob gab es von Mercedes-Sportchef Norbert Haug: "Von 13 auf zwei - das zeigt, dass Kimi den Speed hatte."

Ralf Schumacher holte nach der Unfallpause von Indy im Toyota als Siebter zwei WM-Punkte. BMW-Pilot Nick Heidfeld ging nach einem verkorksten Rennen mit sechs Boxenstopps wegen technischer Probleme als 14. mit vier Runden Rückstand leer aus. "Das Rennen war so schwach wie das Qualifying", stellte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen ernüchtert fest.

Beim Start hatte Alonso seine Pole Position souverän gegen Trulli und Michael Schumacher behauptet, Räikkönen schob sich in der ersten Runde von Rang 13 auf Platz elf nach vorne. Während Schumacher in der Folgezeit hinter Trullis Toyota festhing, hatte Alonso vorne freie Fahrt und baute schon bis zur 10. Runde seinen Vorsprung auf mehr als 14 Sekunden aus.

"Schumi" holte in der Box auf

In Runde 18 kam Schumacher dann an Trulli vorbei. Beide gingen zur gleichen Zeit an die Box, der Ferrari-Pilot wurde aber rund drei Sekunden schneller abgefertigt und kam eher zurück auf die Strecke. In Runde 20 kam auch Alonso zum ersten Nachtanken, behauptete aber souverän die Führung.

In Runde 28 musste auch Räikkönen als letzter Fahrer zum ersten Mal nachtanken, behauptete aber dennoch seinen zweiten Platz. Sein Rückstand auf Alonso betrug knapp 30 Sekunden. Schumacher blieb nach dem zweiten seiner drei Stopps in Runde 34 vor Trulli auf Position vier. Alonso kam in Runde 41 zum zweiten Service, blieb aber Erster vor Räikkönen.

Schumacher rückte unterdessen in Runde 47 auf Rang drei vor, nachdem Montoya wegen Getriebeproblemen langsamer geworden war und kurz nach dem Überholmanöver auf dem Grünstreifen neben der Piste ausrollte. Der Weltmeister behauptete den dritten Platz auch nach seinem dritten Boxenstopp in Runde 51. Für Alonso lief auch beim dritten Boxenstopp in Runde alles glatt, so dass der Weg zum Sieg frei war.

© SID

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