Formel 1 in Singapur
Das Rennen im Rauch

Der Stadtstaat Singapur will sich mit dem kostspieligen Formel-1-Rennen als Touristenziel bewerben. Doch heftige Waldbrände sorgen für dichten Nebel. Was die Fahrer befürchten. Und was das für den Tourismus bedeutet.

BangkokEs sind schlechte Aussichten, die Singapur der Formel 1 gerade bietet. Ein dichter Nebel liegt über der Stadt, die am Sonntagabend ihren achten Grand-Prix ausrichten will. Es riecht nach verbranntem Holz. Vielen Menschen fällt das Atmen schwer. Seit mehr als einer Woche weht Rauch, der von Waldbränden in Indonesien stammt, auf die Insel und hüllt die Skyline der Finanzmetropole in einen Schleier. Die Behörden warnen vor Gesundheitsgefahren. Zudem fürchtet der Stadtstaat nun eine millionenschwere Fehlinvestition.

Mehr als 60 Millionen Dollar bezahlt Singapur laut dem jährlichen Report „Formula Money“ für das Recht, ein Rennen in der Königsklasse des Motorsports auszurichten. Mit beeindruckenden Bildern des Großstadt-Grand-Prix' will sich das Land als Touristen-Destination in Szene setzen. Doch in diesem Jahr droht der Imageeffekt im Nebel zu verschwinden. „Wenn es mit der Luftverschmutzung so weitergeht, wird Singapur seine makellose Marke als saubere und sichere Stadt bald verlieren“, warnt Joseph Baladi, Partner bei der Beratungsfirma Brand Asian.

Rennfahrer, die bei dem Großereignis eigentlich als Zuschauermagneten auftreten sollten, äußern nun Bedenken, was ihren Einsatzort angeht. Vor der schlechten Sicht sorge er sich zwar weniger, sagte McLaren-Fahrer Jenson Button am Mittwoch bei einer PR-Veranstaltung. Aber die schlechte Luft mache ihm zu schaffen. „Es ist heiß, es ist schwül und man ist immer außer Atem und ringt nach Luft“, sagte der Weltmeister von 2009. „Ich hoffe, das uns das während des Rennens keine Probleme bereiten wird.“

Die Ursache für die vernebelte Stadt liegt nur wenige Kilometer westlich von Singapur auf der indonesischen Insel Sumatra. Dort brennen derzeit Kleinbauern und die Besitzer von Großplantagen im Regenwald riesige Flächen ab. Sie wollen auf den Böden stattdessen Palmöl anbauen – ein begehrter Rohstoff, der ausgehend vom weltgrößten Produzenten Indonesien seinen Weg in die Lieferketten von Lebensmittel- und Kosmetikherstellern findet.

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