Formel 1
Melbourne: Räikkönen siegt in Schumacher-Manier

In beeindruckender Michael-Schumacher-Manier hat Kimi Räikkönen gleich bei seinem Ferrari-Debüt den Auftakt-Grand-Prix der Formel-1-Saison gewonnen. Doch auch die deutschen Fahrer konnten überzeugen.

HB MELBOURNE. Der 27-Jährige Räikkönen verwies im Albert Park die beiden McLaren-Mercedes mit dem zweimaligen Weltmeister Fernando Alonso und dem eindrucksvollen Grand-Prix-Debütanten Lewis Hamilton auf die Plätze zwei und drei. „Es ist immer toll, gleich im ersten Rennen zu gewinnen. Ein idealer Ausgangspunkt für die Saison“, sagte Räikkönen. „Die Atmosphäre im Team ist perfekt.“

Bester des deutschen Formel-1-Quartetts war Nick Heidfeld im BMW- Sauber. Der 29-Jährige verpasste als Vierter zwar einen Podiumsplatz, machte aber klar, dass in diesem Jahr mit ihm und BMW zu rechnen ist. Der Wiesbadener Nico Rosberg wurde Siebter und holte zwei Punkte. Ralf Schumacher kam im Toyota auf den achten Platz. Der Münchener Adrian Sutil musste bei seinem ersten Grand Prix Lehrgeld bezahlen. Gleich zwei Mal wurde der Spyker-Pilot mit einer Fahrt durch die Boxengasse bestraft. Immerhin erreichte er als 17. das Ziel.

Renn-Rentner Schumacher drückte fern von Australien Ferrari und Räikkönen kräftig die Daumen. Doch das war kaum nötig. Zu überlegen präsentierten sich der Neuzugang und die Scuderia beim Saisonauftakt. Selbst Räikkönens ehemaliges Team McLaren-Mercedes konnte dem Tempo nicht folgen. Nach 307,574 Kilometern auf dem 5,303 Kilometer langen Stadtkurs hatte Räikkönen bei seinem zehnten Sieg in 1:25:28,770 Stunden 7,2 Sekunden Vorsprung auf Alonso.

Einen hervorragenden Eindruck hinterließ der 22-jährige Hamilton. Der erste dunkelhäutige Grand-Prix-Fahrer feierte eine der stärksten Premieren der vergangenen Jahre und fuhr als 17. Debütant der Formel- 1-Geschichte gleich aufs Podium. „Lewis hat eine sensationelle Premiere gegeben“, meinte Mercedes-Motorchef Norbert Haug. „Noch fehlt der Speed zu Ferrari. Aber die Silberpfeile werden mitmischen. Wir waren die stärkste deutsche Kraft heute.“ Nach dem ersten von 17 Rennen übernahmen die Silberpfeile mit 14 Punkten die Führung in der Konstrukteurs-Wertung vor Ferrari (13) und BMW (5).

Die Ferrari-Freude trübte lediglich Felipe Massa. Der Brasilianer war vom letzten Startplatz ins Rennen gegangen, nachdem er wegen eines Motorwechsels an seinem Ferrari ans Ende des Feldes versetzt worden war. Seine Aufholjagd endete auf dem sechsten Platz, so dass er noch drei Zähler sicherte. Massa hatte schon in der Qualifikation mit einem Getriebeschaden zu kämpfen gehabt.

Bei aller Zufriedenheit über Heidfelds Vorstellung hatte auch BMW- Sauber einige Probleme. Der Pole Robert Kubica rollte nach 38 Runden mit einem Getriebeschaden an die Box. „Es überwiegt aber die Freude“, sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen. „Der vierte Platz von Nick ist eine gute Basis. Wenn wir die Zuverlässigkeit in den Griff haben, sollten wir Nummer drei bei den Teams sein.“

Davon blieb die deutsche Formel-1-Hoffnung Heidfeld verschont. Heidfeld erwischte einen hervorragenden Start. Während Räikkönen mühelos von der 13. Pole Position seiner Karriere davonfuhr, zog der Mönchengladbacher an dem vor ihm startenden zweimaligen Weltmeister Alonso vorbei und reihte sich auf Platz zwei ein. Auch Alonsos Teamkollege Hamilton überholte den Spanier und behauptete den dritten Rang.

Räikkönen baute kontinuierlich seinen Vorsprung bis auf rund 15 Sekunden aus, Heidfeld folgte ihm im gebührenden Abstand. Erst als der BMW-Pilot in der 15. Runde an die Box kam, um zu tanken und von den weicheren auf die härteren Reifen zu wechseln, musste er seine starke Ausgangsposition aufgeben und fiel vorübergehend auf den siebten Rang zurück.

Vier Runden später absolvierte Räikkönen seinen ersten Boxenstopp. Dadurch durfte Hamilton das Formel-1-Feld vier Runden lang anführen. Dann musste auch er zum Tanken und zum Reifenwechsel. Nachdem auch Alonso an die Box gekommen war, eroberte sich Räikkönen seine Führung zurück. Auch nach den zweiten Boxenstopps blieb an der Spitze alles unverändert. Räikkönen zog unbeirrt seine Runden. Nur Alonso schlüpfte noch an seinem jungen Teamkollegen Hamilton vorbei und auf den zweiten Platz.

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