Formel 1
Schumacher sucht Form im Urlaub

Ein enttäuschter Michael Schumacher hat sich unmittelbar nach seiner bitteren Silverstone-Niederlage gegen Fernando Alonso in die Ferien verabschiedet und will nach den Enttäuschungen der letzten Wochen im fernen Nordamerika neue Kraft tanken.

dpa SILVERSTONE. Ein enttäuschter Michael Schumacher hat sich unmittelbar nach seiner bitteren Silverstone-Niederlage gegen Fernando Alonso in die Ferien verabschiedet und will nach den Enttäuschungen der letzten Wochen im fernen Nordamerika neue Kraft tanken.

„Das ist Urlaub so wie wir ihn mögen ­ weit weg von allem Trubel, mit vielen Unternehmungen, in grandioser Natur, mit vielen Lachanfällen“, sagte der Rekordweltmeister.

Der dienstälteste Formel-1-Fahrer wird nach der Monaco-Affäre und dem herben Dämpfer im Titelkampf von seiner Ehefrau Corinna begleitet. Mit ihr wird er in den Tagen der Ruhe ganz sicher auch besprechen, ob er seine einmalige Karriere am Ende der Saison beenden oder fortsetzen soll. „Wenn überhaupt, dann wird ihn nur seine Frau beeinflussen können“, vermutet sein Bruder Ralf Schumacher. Nach den neuerlichen Rückschlägen könnte der Ferrari-Star vor dem Formel-1- Halbzeitrennen am 25. Juni in Montréal ins Grübeln kommen.

Im Ferrari-Land macht sich Skepsis breit. „Alonso ist unschlagbar für diesen Ferrari“, schrieb die „La Gazzetta dello Sport“. Die italienische Sportzeitung stellte fest: „Alonso so wie der echte Schumi. Er hat im Renault triumphiert, wie Ferrari in seinen besten Zeiten zwischen 2002 und 2004. Das war ein unglaubliches Duell: Michael Schumacher gegen Michael Schumacher, der eine wütend im Ferrari, der andere Schumacher frisch, 13 Jahre jünger im Renault, der in Wirklichkeit Alonso heißt.“

Der WM-Spitzenreiter aus Spanien wandelt auch auf den Spuren des Rekordweltmeisters und hat den Vorteil der Jugend. Jüngster WM- Titelträger ist er schon, jüngster Doppelweltmeister dank seines 23-Punkte-Vorsprungs vermutlich bald. Und nun schickt sich der 24-Jährige an, einen weiteren Schumacher-Rekord zu knacken. Nach seinem Hattrick mit den Siegen in Barcelona, Monaco und nun in Silverstone hat der Renault-Pilot bereits 14 Rennen in Folge auf dem Podest gestanden. Schumacher schaffte dieses Kunststück 19 Mal.

Vor zwei Jahren gelangen dem Deutschen in seiner überragenden Saison 13 Erfolge. Sein Rivale hat in diesem Jahr bereits fünf Siege geschafft. „Ob der Rekord so wichtig ist, weiß ich nicht. Mir ist wichtiger, am Ende der Saison vorne zu liegen“, sagte Alonso. Auch das hätte Schumacher sagen können.

„Offiziell ist das Titelrennen natürlich noch nicht entschieden. „Aber in Wahrheit gibt es kaum jemanden, der Alonso noch überholen kann. Alonso könnte die Formel 1 genauso dominieren wie Michael Schumacher 2004“, schrieb die „Daily Mail“ am Tag nach dem Großen Preis von Großbritannien. Alonso siegte vor Schumacher und „The Times“ sieht den Renault-Piloten bereits als „Spielverderber“ für eine spannende Formel-1-Saison.

Auch in der Heimat von Renault ist das WM-Rennen schon gefahren. „Alonso weiterhin im Alleingang. Er fährt unbeirrt einem weiteren Welttitel entgegen“, prophezeite „Le Figaro“. Nur in der Heimat des Spaniers ist man mit Prognosen etwas vorsichtig: „Alonso ist sich des Erwachens von Ferrari bewusst und leistet sich keine Fehler“, so „El País“.

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