Formel 1
Schumi-Rückkehr: Gag mit geringer Halbwertszeit

Der Nachricht von Michael Schumachers Comeback in der Formel 1 folgte eine wahre Orgie der Freude. Keine Grenzen kannte der Jubel beim Privatsender RTL, der den nächsten Grand Prix am 23. August in Valencia übertragt. Dank Schumi scheint der Erfolg der Rennserie wieder gesichert. Doch die Rückkehr des inzwischen 40-Jährigen kann die Imageprobleme der Formel 1 auch nicht lösen.

KÖLN. Neben dem unvermeidlichen Lothar Matthäus („Ich finde es geil, dass er wieder fährt“) ließen auch der siebenmalige Tour-Sieger Lance Armstrong („Der Größte aller Zeiten“) und Weitsprung-Olympiasiegerin Heide Ecker-Rosendahl („Hoffentlich überlebt er das“) ihren Gefühlen bezüglich der Rückkehr von Michael Schumacher als Fahrer des Formel-1-Rennstalls Ferrari freien Lauf. Der Umjubelte ließ da längst Taten folgen. „Michael trainiert mit seiner alten Nackenmuskulaturmaschine“, verriet gestern früh Schumacher-Sprecherin Sabine Kehm.

Keine Grenzen kannte der Jubel beim Privatsender RTL, der den nächsten Grand Prix am 23. August in Valencia übertragt. In fester Erwartung traumhafter Quoten startete Sportchef Manfred Loppe durch: „Valencia wird ein historisches Rennen. Deutschland hat immer davon geträumt und jetzt wird Deutschland diesen großen Moment entsprechend feiern!“ Über eine „erweiterte Berichterstattung“ werde in den nächsten Tagen entschieden.

Der Erfolg der Formel 1 scheint gesichert – zumindest kurzfristig. Auf lange Sicht aber müssen die Verantwortlichen der Rennserie an ihrem Profil arbeiten. „Die Rückkehr eines 40-jährigen Michael Schumacher ist ein netter Gag“, sagte Christian von Thaden, Sportmarketingexperte des Düsseldorfer Beratungsunternehmens BBDO Consulting, dem Handelsblatt. „Viel wichtiger ist, dass die Formel 1 ein klares, zukunftsgerichtetes Leistungs- und Werteversprechen gibt.“ Die Königsklasse sei als Marke zwar noch immer „sehr stark“. Doch habe sie „ein klares Seriositätsproblem“, sagt von Thaden.

Nicht nur der monatelange Streit zwischen Weltautomobilverband Fia und Team-Vereinigung Fota um Obergrenzen für die Budgets der Teams hat am Image gekratzt. Schwerer wiegt der am Mittwoch von BMW bekanntgegebene Ausstieg zum Saisonende. Als Teil einer strategischen Neuausrichtung auf mehr Nachhaltigkeit verkaufte Vorstandschef Norbert Reithofer den überraschenden Abgang.

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