Formel-1-Star Vettel
Auf dem Weg zum Werbe-Weltmeister

Der vierte WM-Titel lohnt sich für Vettel auch finanziell. Doch obwohl er doppelt so viel verdient wie einst Josef Ackermann, liegt Vettel im Gehaltsranking der Fahrer nur auf Rang drei. Das könnte er problemlos ändern.
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DüsseldorfVor Freude drehte sich Sebastian Vettel in seinem Formel-1-Wagen gleich mehrfach um sich selbst. Beim Grand Prix in Indien sicherte sich der Heppenheimer nicht nur seinen zehnten Saisonsieg, sondern auch den Weltmeistertitel. Der 26-Jährige feierte seinen vierten Triumph in Folge auf seine Weise: Umjubelt von den Fans auf den Rängen brachte der jüngste vierfache Weltmeister in der Formel-1-Geschichte die Reifen seines Rennautos zum qualmen.

„Donuts“ nennen sich die Kreisel in der Fachsprache, und im offiziellen Regelwerk sind sie verboten. Die Rennleitung verwarnte den 26-Jährigen auch prompt und brummte Red Bull eine Geldstrafe von 25.000 Euro auf. Ein Betrag, den der Rennstall sicherlich gerne in Kauf nimmt. Schließlich bringt Vettel dem Brausehersteller mit seinem Sieg ein Vielfaches von dem ein, was seine kleine Siegesfeier vor den Rängen kostet. Und auch für den neuen alten Weltmeister wird sich sein vierter Titelgewinn rentieren – besonders langfristig.

Medienberichten zufolge verdiente Vettel schon in der vergangenen Saison rund doppelt so viel wie einst der ehemalige Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. In dessen letztem Jahr bei dem Geldinstitut erhielt Ackermann ein Gehalt von rund 9,4 Millionen Euro. Das Einkommen von Sebastian Vettel inklusive Prämien und Werbeverträgen wird auf 22 Millionen Euro geschätzt, damit zählt er zu den Top-Verdienern in der Formel 1. Sein vierter Titel dürfte ihm zudem weitere Prämienausschüttungen bescheren. Wie hoch diese liegen, dazu wollte Red Bull auf Anfrage keine näheren Angaben machen.

Der Formel-1-Pilot profitiert aber nicht nur von den Prämien. Auch sein Marketingwert ist durch den vierten WM-Titel noch einmal gestiegen. Pascal Schulte vom Sportmarketing-Forschungsinstitut Repucom sieht Vettels Werbe-Zukunft gesichert. „Sebastian Vettel ist mit dem Sieg bei den Legenden angekommen“, sagte der Verkaufsmanager Handelsblatt Online. Und nichts mache einen Sportler als Werbepartner interessanter als Erfolg.

Das Potenzial von Vettel war auch vor seinem vierten Titel bereits enorm. Der Heppenheimer hat sich bisher mit großen Werbeverträgen aber zurückgehalten. Sein Gesicht hält er hauptsächlich für den Reifenhersteller Tirendo und die Marke Head & Shoulders in die Kamera. Repucom beziffert Vettels Werbeeinahmen derzeit auf 4,5 Millionen Euro. Diese Summe habe aber noch Luft nach oben. „Wenn Vettel wollte, könnte er seine Einnahmen nahezu verdoppeln“, schätzt Schulte.

Das liegt auch daran, dass sich mit jedem Titel der Werbe-Wert des Weltmeisters erhöht. Sportmarketingexperte Peter Rohlmann, der die Agentur PR Marketing in Rheine leitet, glaubt zwar nicht, dass Vettel nun etliche neue Sponsoren- oder Werbeverträge abschließt. „Aber bei Vertragsverlängerungen mit bestehenden Sponsoren kann er jetzt mehr verlangen“, erklärt Rohlmann. Als Beispiel nennt er den aktuellen Triple-Sieger im Fußball, Bayern München. Für den ersten Vertrag mit Adidas erhielt der Rekordmeister sechs Millionen Euro. Inzwischen liegt der Betrag bei 20 Millionen Euro. „Mit jedem neuen Titel, jedem neuen Rekord wird er an seiner eigenen Legende und seinen Einnahmen basteln“, sagt Rohlmann. Denn für weitere Erfolge braucht Vettel auch Zeit für sein Training.

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