Formel 1
Suzuka: Räikkönen siegt im Herzschlag-Finale

Kimi Räikkönen hat sich im Mclaren-Mercedes beim Grand Prix von Japan in Suzuka den Sieg gesichert. Dank des fulminanten Endspurts des Finnen bleiben die Silberpfeile weiter im Rennen um die Marken-Weltmeisterschaft.

In einem dramatischen Finale hat sich Mclaren-Mercedes-Pilot Kimi Räikkönen den Sieg beim Großen Preis von Japan in Suzuka gesichert. Der Finne überholte den zuvor lange Zeit souverän führenden Italiener Giancarlo Fisichella im Renault in der vorletzten Runde. Weltmeister Fernando Alonso fuhr als Dritter auch noch aufs Podium.

Ralf Schumacher, von der Pole Position gestartet, musste sich letztlich mit Rang acht begnügen, sein Bruder Michael fuhr im Ferrari von Startposition 14 auf Rang sieben vor.

"Das war vielleicht mein größter Sieg. Der Motorwechsel, das Regenpech in der Qualifikation - und am Ende trotzdem ganz oben. So musste ich noch nie für einen Triumph kämpfen", meinte der Finne Räikkönen nach dem sechsten Mercedes-Sieg in Folge.

Spektakuläres Manöver

Mit einem spektakulären Manöver in der letzten Runde überholte er den lange Zeit führenden Renault-Piloten Giancarlo Fisichella und vollendete damit eine schier unglaubliche Aufholjagd von Startplatz 17. Der um 1,8 Sekunden geschlagene Italiener hatte Tränen in den Augen: "Das war unglaublich, denn Kimi ist einfach vorbeigeflogen." Rang drei belegte der bereits als Weltmeister feststehende Fernando Alonso (Spanien/Renault) vor dem BMW-Williams-Piloten Mark Webber (Australien).

"Dieses Rennen geht in die Geschichte von Mercedes ein. Damit hat Kimi bestimmt einen Schumacher-Rekord gebrochen, von so weit hinten hat selten jemand gesiegt", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug nach dem zehnten Saisonerfolg für die "Silbernen": "Jetzt holen wir auch noch unseren zweiten Konstrukteurs-Titel nach 1998." Wegen des Unfalls von Juan Montoya (Kolumbien) in Runde eins haben die "Silberpfeile" mit 174 Punkten jetzt allerdings zwei Zähler weniger als Renault auf dem Konto. Ferrari steht mit 100 Punkten als Dritter fest.

"Dieser dritte Platz und mein dritter Rang in der Fahrerwertung sind das Positivste an dieser völlig verkorksten Saison. Das ist das schlechteste Resultat, das wir je hatten", kommentierte der um 33,9 Sekunden distanzierte Schumacher enttäuscht. Der von Startplatz 14 ins Rennen gegangene Routinier erlebte sein Fiasko, als er von den "jungen Wilden" Räikkönen und Alonso gleich zweimal überholt wurde.

"Schumi" verliert den Spaß

"Der Spaß reduziert sich immer mehr, wenn du keine Chance hast. Die waren einfach viel schneller als ich", meinte Schumacher. Mit 62 Punkten eroberte er vor dem Finale Platz drei in der Fahrerwertung hinter Alonso (123) und Räikkönen (104).

Noch schlechter lief es für "Schumi II", dessen Träume auf den ersten Sieg für Toyota nach seiner ersten Pole Position in Diensten der Japaner platzten. In der Qualifikation war er der Glückspilz, als die Topfahrer um Räikkönen und "Schumi I" bei einsetzendem Regen chancenlos waren, im Rennen fehlte der Speed und missglückte die Drei-Stop-Strategie. "Das ist ein bitteres Ende an einem Wochenende, das so gut angefangen hat. Aber wenigstens konnte sich die Chefetage auf der Tribüne über die Pole freuen", meinte Ralf Schumacher.

Zwar behauptete er beim Start des turbulenten Rennens seine Führung, aber die anschließende Safety-Car-Phase nach Montoyas Crash machte seinen Plänen einen Strich durch die Rechnung. In Runde 13 verlor er beim Boxenstopp seine Spitzenposition an Fisichella und fiel weit zurück.

Michael Schumacher wurde durch die Boxenbstopps in Runde 24 für die drei Umläufe sogar an die Spitze des Feldes gespült, doch dann zogen die "jungen Wilden" vorbei und ein missglückter zweiter Stopp kostete zusätzliche Plätze. "Für die Zuschauer war es sicher ein sehr spektakuläres Rennen. Für mich weniger", meinte Schumacher.

"Unfassbar gut, der Junge"

Fisichella fuhr einen Vorsprung von 20 Sekunden raus, während das Auto des holländischen Minardi-Piloten Christijan Albers an der Box in Flammen aufging. Dann wurde der durch einen Motorplatzer am Freitag gehandicapte Räikkönen immer schneller, schloss drei Runden vor Schluss auf und startete die entscheidende Attacke für seinen neunten Formel-1-Sieg. Haug: "Eingangs der Zielgerade hat Kimi über Funk gefragt: Wie viele Runden sind es noch? Die Antwort hieß: Nur noch eine. Nach der Zielgerade meinte Kimi: Ich habe in überholt. Einfach unfassbar gut, der Junge."

Unterdessen sind die Unfallverursacher Takuma Sato (Japan) und Jacques Villeneuve (Kanada) nach dem Rennen hart bestraft worden. Der schon mehrmals negativ aufgefallene Crashpilot Sato (BAR-Honda) wurde aus der Resultats-Liste gestrichen, weil er in Runde neun Toyota-Fahrer Jarno Trulli von der Strecke geschoben hatte.

Villeneuve (Sauber) wurden 25 Sekunden Strafzeit aufgebrummt, weil Mclaren-Mercedes Pilot Juan Pablo Montoya (Kolumbien) wegen ihm in die Begrenzung krachte. Damit fällt Ex-Weltmeister Villeneuve im Endergebnis von Platz elf auf zwölf zurück. Die Autos von Trulli und Montoya wurden übrigens völlig zerstört.

© SID

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