Formel-1-Talent Lewis Hamilton
„Verlieren macht stärker“

Schon in seiner ersten Saison verdrängte Formel-1-Pilot Lewis Hamilton den damaligen Weltmeister Fernando Alonso und verpasste selbst den Weltmeister-Titel nur knapp. Mit dem Handelsblatt spricht der Senkrechtstarter über den Leistungsdruck, die Rivalität und den Ausgleich.

Handelsblatt: In Ihrer ersten Formel-1-Saison wurden Sie sensationell Vize-Weltmeister. Nach dem Wechsel Ihres teaminternen Rivalen, Doppelchampion Fernando Alonso zu Renault, sind Sie dieses Jahr die Nummer eins bei McLaren-Mercedes und mit 23 Jahren Anwärter auf den Weltmeistertitel. Wie fühlt sich diese steile Karriere an?

Hamilton: Ich habe Glück gehabt und war zur rechten Zeit am richtigen Ort. Wir haben ein Super-Auto und eine Mannschaft, die Tag und Nacht daran arbeitet, noch besser zu werden. Im Rennauto ist es das Schwierigste, konstant zu sein und wenig Fehler zu machen. Dafür musst Du ausgeglichen sein.

Wie groß ist der Leistungsdruck?

Leistungsdruck hatte ich von Beginn meiner Karriere an: 2003 musste ich die britische Formel-Renault-Meisterschaft gewinnen, um die Förderung durch McLaren-Mercedes nicht zu verlieren. Dann habe ich die GP2-Meisterschaft vor zwei Jahren erst am letzten Wochenende gewonnen, und nur dadurch die Chance in der Formel 1 bekommen. 2007 war ich dann bei McLaren die Nummer zwei. Dieses Jahr habe ich nun Fernandos Position, auch wenn ich mich schon vergangenes Jahr im Team als gleichwertig etabliert habe. Ich habe letztes Jahr sicherlich noch mehr Druck verspürt.

Wie gehen Sie damit um?

Was immer ich im Leben gemacht habe, ich habe mich nie dirigieren lassen. Ich glaube ans Schicksal, daran, dass es für alles einen Grund gibt. Aber ich kämpfe in der Formel 1 um den Weltmeistertitel, weil ich die Gelegenheiten in meinem Leben konsequent genutzt habe. Ron Dennis hat mir damals deutlich gesagt: ,Nur wenn Du gewinnst, bekommst Du die Chance, in unserem Auto zu sitzen.‘ Ich habe alles unternommen, um das Maximum aus mir herauszuholen.

Gibt es mentale Übungen, die Sie dabei unterstützen?

Nein. Mentaltrainer halte ich für überflüssig. Ich bin überzeugt von meinem Auto, meinem Team, und mir selbst. Ich vermeide es, mir bis in die Nacht den Kopf zu zerbrechen.

Helfen Ihnen vielleicht bestimmte Menschen?

Ich versuche, so viel Zeit wie möglich mit meiner Familie zu verbringen – mit meinem Vater und meinem Bruder. Sie lenken mich ab. Für mich wäre es schwierig, ein Rennwochenende ohne sie durchzustehen.

Wie viel Spielraum haben Sie, sich langsam oder kontinuierlich zu steigern?

Wenn Du nicht mit aller Entschlossenheit ans Rennfahren herangehst, wirst Du nie so gut werden, wie Du könntest. Es gibt in der Formel 1 Fahrer, die nicht das Letzte aus sich herausholen. Umgekehrt kompensieren manche das, was ihnen an Talent fehlt, mit Fleiß. Der Beste kannst Du aber nur werden, wenn Du beides hast. Du musst auch die technische Seite deines Autos verstehen und Du musst das, was Du auf der Strecke spürst, in Worte fassen und den Ingenieuren vermitteln können. So was muss man lernen. Erfolgreich Rennen zu fahren heißt, einen Plan zu haben.

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