Formel 1 Vettel lässt sich in der Nacht von Bahrain „ablatzen“

Sebastian Vettel brachte sich Bahrain durch ungewohnte Fehler und Verbremser um seinen vierten Podestplatz in dieser Saison. Weil sich Vettelauch einen Frontflügel ruinierte, blieb ihm nur der ernüchternde fünfte Rang.
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Erstmals in diesem Jahr verpasste Sebastian Vettel unter anderem nach einem unplanmäßigen Boxenstopp das Podest und wurde nur Fünfter. Quelle: dpa
Vettel verpasste das Podest

Erstmals in diesem Jahr verpasste Sebastian Vettel unter anderem nach einem unplanmäßigen Boxenstopp das Podest und wurde nur Fünfter.

(Foto: dpa)

BahrainWeltmeister Lewis Hamilton hat die Angriffe seiner deutschen Widersacher auch in der Wüste von Bahrain eiskalt abgewehrt und seine Führung in der WM-Wertung souverän ausgebaut. Der Brite setzte sich beim spektakulären Nachtrennen in Sakhir vor Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen und Mercedes-Stallrivale Nico Rosberg durch.

Vettel brachte sich auf dem Bahrain International Circuit durch einige ungewohnte Fehler und Verbremser um seinen vierten Podestplatz in dieser Saison. Weil sich der vierfache Champion aus Heppenheim in der 37. Runde dabei auch einen Frontflügel ruinierte, blieb ihm nur der ernüchternde fünfte Rang. „Ich bin ein bisschen von der Strecke abgekommen und habe mir da eine Ecke etwas abgefahren“, schilderte er seinen größten Patzer, durch den er außerplanmäßig eine neue Fahrzeugnase abholen musste. „Ich bin nicht zufrieden.“

Titelverteidiger Hamilton baute durch seinen dritten Saisonsieg die Führung in der WM-Wertung weiter aus. Vor dem Europa-Auftakt in Barcelona in drei Wochen liegt der Brite mit 93 Punkten schon deutlich vor Rosberg (66). Vettel (65) fiel auf Rang drei zurück.

Die technischen Daten und Sponsoren der Boliden
Mercedes F1 W06
1 von 9

Motor: Mercedes-Benz PU106B Hybrid, V6-Turbo mit Doppel-Hybrid

Leistung: circa 830 PS

Kraftstoff: Petronas

Bremsen: Brembo

Felgen: Advanti

Hauptsponsoren: Petronas, Blackberry, UBS, Allianz, Hugo Boss, Puma

Debütsaison: 2010

Ferrari SF15-T
2 von 9

Motor: Ferrari 059/4, V6-Turbo mit Doppel-Hybrid

Leistung: circa 780 PS

Kraftstoff: Shell

Bremsen: Brembo

Felgen: OZ

Hauptsponsoren: Philip Morris, Santander, Shell, Kaspersky, UPS, Hublot, Claro

Debütsaison: 1950

Red Bull RB11
3 von 9

Motor: Renault Energy F1-2015, V6-Turbo mit Doppel-Hybrid

Leistung: circa 780 PS

Kraftstoff: Total

Bremsen: Brembo

Felgen: OZ

Hauptsponsoren: Infiniti, Total, Rauch, Casio, exness, Pepe Jeans, Singha

Debütsaison: 2005

Williams FW37
4 von 9

Motor: Mercedes-Benz PU106B Hybrid, V6-Turbo mit Doppel-Hybrid

Leistung: circa 830 PS

Kraftstoff: Petronas

Bremsen: AP

Felgen: RAYS

Hauptsponsoren: Martini, Oris, Randstad, KEMPPI, Rexona Petrobras

Debütsaison: 1975

McLaren-Honda MP4-30
5 von 9

Motor: Honda F1 Hybrid, V6-Turbo mit Doppel-Hybrid

Leistung: circa 740 PS

Kraftstoff: ExxonMobil

Bremsen: Akebono

Felgen: Enkei

Hauptsponsoren: ExxonMobil, SAP, Segafredo, Johnnie Walker, Hilton, KPMG

Debütsaison: 1966

Force India VJM08
6 von 9

Motor: Mercedes-Benz PU106B Hybrid, V6-Turbo mit Doppel-Hybrid

Leistung: cirka 830 PS

Kraftstoff: Petronas

Bremsen: AP

Felgen: Motegi

Hauptsponsoren: Kingfisher, Roshfrans, TW Steel, Smirnoff, Royal Challange

Debütsaison: 2008

Toro Rosso STR10
7 von 9

Motor: Renault Engery F1-2015, V6-Turbo mit Doppel-Hybrid

Leistung: circa 780 PS

Kraftstoff: Total

Bremsen: Brembo

Felgen: Apptech

Hauptsponsoren: Red Bull, CEPSA, Sapinda, Nova Chemicals

Debütsaison: 2006

Rosbergs bittere Miene war nach dem Riesenpech verständlich. Nachdem der 29-Jährige in den zurückliegenden Rennen wegen teilweise klarer Niederlagen und seiner Nörgelei gegenüber Hamilton viel Kritik einstecken musste, präsentierte er sich dieses Mal kämpferisch, aggressiv und in Top-Form. Gleich zweimal passierte er Vettel mit großartigen Attacken. „Rote Autos überholen macht Spaß“, sagte Rosberg. Vettel fand es indes weniger lustig, „zweimal von Nico überholt zu werden“. Wegen der Bremsprobleme wurde es aber nichts mit dem erhofften Doppelerfolg beim Silberpfeil-Jubiläum: Mercedes bestritt in Sakhir seinen 100. Grand Prix.

Hamilton blieb von jeglichem Missgeschick verschont und konnte seinen Vorjahreserfolg nach 308,238 Kilometern problemlos wiederholen. Der Silberpfeil-Star kontrollierte das Geschehen und gab immer nur dann mehr Gas, wenn es nötig war. „Zum Glück habe ich alles gut hinbekommen“. berichtete der Brite nach der obligatorischen Siegerdusche entspannt lächelnd. „Die Bremsen sind hier sehr heiß geworden. Aber letztlich war das kein Problem.“

Nicht so richtig freuen wollte sich Räikkönen über seinen ersten Podiumsplatz seit dem 6. Oktober 2013, als er in Südkorea ebenfalls Zweiter geworden war. «Niemand ist glücklich, wenn man Zweiter wird», sagte der Finne lakonisch. „Aber nach meinem schwierigen Saisonstart bin ich froh, auf dem Podest gelandet zu sein.“ Nico Hülkenberg schaffte es zum dritten Mal hintereinander nicht in die Punkte. Der Force-India-Pilot aus Emmerich belegte den 13. Rang.

Gleich vom Start weg ging es kompromisslos und aggressiv zur Sache. Hamilton fuhr zwar vorne unbehelligt sein eigenes Rennen. Aber die Verfolger Rosberg, Vettel und Räikkönen bekämpften sich über weite Strecken des 57 Runden langen WM-Laufs.

Rosberg musste direkt nach dem Start Räikkönen passieren lassen und fiel vorübergehend auf Rang vier zurück. Im vierten Umlauf kämpfte sich der gebürtige Wiesbadener mit einem packenden Überholmanöver am Finnen aber wieder vorbei. Und fünf Runden später packte Rosberg dann Vettel. Dieser hatte sich in Kurve eins verbremst und dadurch seinen Vorsprung eingebüßt.

Durch eine clevere Boxenstopp-Strategie rückte Vettel wieder auf Platz zwei vor: Der Heppenheimer bog eine Runde früher als Rosberg zum Reifenwechsel ein und machte dadurch die entscheidende Zeit gut. Aber der stark fahrende Mercedes-Mann griff erneut beherzt an und schnappte sich seinen Landsmann erneut.

Beim zweiten Stopp kurz nach der Hälfte des Rennens dann aber wieder das selbe Bild: Erneut konnte Vettel in der Box an Rosberg vorbeiziehen. Aber durch einen Ausflug in die Auslaufzone verspielte der vierfache Champion diesen Vorteil postwendend und Rosberg konnte erneut vorbeiziehen. Doch dann kam das für beide ernüchternde Ende.

  • dpa
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